Beiträge von TROjaner

    Sollten sie in Köpenick mal ein Who is who ihrer Spieler ins Leben rufen, könnte es die verrücktesten Sachen geben. Kommt die Frage nach Christopher Trimmel, ist die Antwort kinderleicht. Am Capitano kommt so schnell niemand vorbei. Auch Rani Khedira und Danilho Doekhi haben ihren festen Platz. Natürlich Max Kruse und Sheraldo Becker. Ebenso Robin Knoche und Taiwo Awoniyi. Von ganz anderen, die zu früheren eisernen Generationen gehören, ganz abgesehen.

    In der bald 60-jährigen Historie des 1. FC Union drängeln sich inzwischen diejenigen, die eine Ära prägten oder für unvergessene Momente gesorgt haben. Die Aufstiegshelden 2019 mit Sebastian Polter und Rafal Gikiewicz; die Pokalmatadoren von 2001 um Tom Persich und Ronny Nikol, die als Drittligisten ins Finale stürmten; die Legenden um Olaf „Leo“ Seier und André Sirocks, die 1988 das epische Klassenerhalts-Endspiel in Karl-Marx-Stadt gewannen; die Pokalsieger von 1968 um Ulrich Prüfke, Reinhard „Mecki“ Lauck, Wolfgang Wruck, Meinhard Uentz und Günter „Jimmy“ Hoge sowieso. Weitere Vereinslegenden tauchen ebenfalls in der ersten Reihe auf: Joachim „Bulle“ Sigusch, Wolfgang „Potti“ Matthies, Lutz „Meter“ Hendel, Torsten Mattuschka.


    Rückennummer 42

    Mit all jenen ist beim Who is who kein Staat zu machen. Das weiß doch jeder, der auch nur ein ganz klein wenig eiserne DNA in seinem Körper hat. Diese Namen werden einem regelrecht in die Wiege gelegt. Wer besonders glänzen möchte, der ist vor allem dann auf der richtigen Fährte, wenn andere fragen: Was, die waren auch mal bei Union? Für die meisten allerdings ist es eine Armada der Namenlosen.

    Eine Klientel sticht dabei besonders hervor. Auch und vor allem deshalb, weil es auf dieser Position nur einen geben kann, der aber genauso engagiert ist und vielleicht noch intensiver trainiert, trotzdem manchmal über Jahre nur im Schatten steht: der Ersatztorhüter. Wahrscheinlich werden nicht einmal Matheo Raab und Carl Klaus, obwohl sie zum aktuellen Kader gehören und sich hinter Frederik Rönnow anstellen müssen, in Köpenick auf der Straße erkannt. Geschweige denn in anderen Stadtbezirken. Ebenso wissen die meisten noch mit Yannic Stein etwas anzufangen, er ist zwar weiterhin Unioner, ein erneutes Mal allerdings zu Nordost-Regionalligist Babelsberg 03 ausgeliehen – und das Gesicht dazu? Keinen blassen Schimmer davon.

    Lennart Moser geht vom Namen her auch noch, vielleicht weil er gleich um die Ecke beim Grünauer BC ausgebildet wurde, jetzt bei Kolding IF in Dänemarks zweiter Liga einen Stammplatz erobert hat und knappe zwei Meter misst.

    Aber dann wird es immer enger und diffuser. So wurde im Spieljahr 2021/22 Niklas Petzsch, damals A-Jugendlicher, im Spielerkader geführt. Selbst eine Rückennummer hatte der 17-Jährige bekommen, die 42. Weil aber mit Frederik Rönnow gerade ein neuer Herausforderer für Andreas Luthe verpflichtet wurde, war die Aussicht auf eine Berufung auch nur in einen Spieltagskader gleich null.

    Nun spielt Petzsch bei Nord-Regionalligist Eintracht Norderstedt, in den bisherigen 14 Saisonspielen aber kam er noch nicht zum Einsatz. Ähnlich war es gleich im ersten Bundesligajahr Tim Oppermann ergangen, als Nachwuchs-Keeper neben Rafal Gikiewicz und Moritz Nicolas ohne Chance und Perspektive, mittlerweile die Nummer 2 bei Zweitligist Arminia Bielefeld.

    Selbst Nicolas, der sich bei Borussia Mönchengladbach, dem gestrigen Gegner im Stadion An der Alten Försterei am siebten Spieltag der Bundesliga, zur Nummer 1 gehechtet hat, kam damals nur zu einem Einsatz, einem ganz und gar deprimierenden 0:4 bei der TSG Hoffenheim, weil am Spieltag zuvor mit einem 1:0 gegen Mitaufsteiger Paderborn der Klassenerhalt eingetütet worden war und der damals 22-Jährige sein Bundesligadebüt überhaupt feierte.

    Auf der Position des zweiten Torhüters gibt es reichlich Namen, die wirklich nur diejenigen noch kennen, die sich Tag und Nacht mit dem eisernen Personal beschäftigt haben. Steve Kroll gehört dazu, obwohl er auf dem Mannschaftsfoto des Spieljahres 2014/15 von Daniel Haas und Mohamed Amsif in die Mitte genommen wurde. Oder Robert Kretzschmar, zehn Jahre zuvor mit Jan Glinker und Marco Sejna auf dem gemeinsamen Foto. Ebenso Stephan Künzl, Ende der 1990er-Jahre Herausforderer von Oskar Kosche, dem jetzigen Geschäftsführer Finanzen. Die Liste ist lang und länger und schier endlos: Florian Brüggemann, Marcel Klonz, Sebastian Patzker, Kilian Pruschke, Eric Niendorf, Alexis Lenhard, Michael Hinz, Daniel Klose, André Greulich, Patrick Vogel, Marvin Kluge, René Finger, Stefan Gründer, Murat Erdeger, Laszlo Bodnar ... Letztlich können die meisten von ihnen auf keinen Einsatz in der ersten Mannschaft verweisen. Sie waren dabei, aber eben nur ein bisschen.

    Es geht aber auch anders. Es kann mit dem Dasein als Nummer zwei auch ein Märchen beginnen. Mit das schönste, das beim 1. FC Union jemals ein Torhüter schrieb, gelang einst Ronny Teuber. Im Sommer 1984, die Eisernen waren nach zwei dramatischen Entscheidungsspielen gegen den Abstieg an Chemie Leipzig (1:1 und 1:2) gescheitert, rückte der noch nicht ganz 19-Jährige unter Trainer Karl Schäffner zu Andreas Hawa und Jörn Dahms auf. Nach dem sofortigen Wiederaufstieg kam jedoch Wolfgang Matthies von seinem zweijährigen Abstecher vom 1. FC Magdeburg zurück, sodass der Platz im Kasten wie selbstverständlich an den Oldie zurückging und Teuber wieder nur zuschaute. Seine Zahl an Oberligaspielen für die Köpenicker: null.

    Bis sich 1986, Hans-Jürgen „Dixie“ Dörner hatte gerade seine Karriere beendet, Dynamo Dresden meldete und Trainer Eduard Geyer Teuber zur Nummer 1 machte. Im Kasten der Schwarz-Gelben startete der Berliner durch, bestritt 118 Spiele in der Oberliga, wurde mit den Elb-Florenzern zweimal Meister und stand am 26. Januar 1990 bei einem 2:1-Sieg in Kuwait (Geyer war inzwischen Nationaltrainer geworden) in einem der letzten Länderspiele des DDR-Teams im Kasten. Nachdem er später sogar kurz in die Bundesliga hineingeschnuppert hatte, machte Teuber vor allem als Torwarttrainer in Fürth, beim Hamburger SV, unter Thomas Doll als Co-Trainer bei Borussia Dortmund und zuletzt wieder als Coach für die Schlussmänner bei Eintracht Braunschweig Karriere.

    Ganz anders stellt sich der Werdegang von Christoph Haker dar. Nachdem der damalige Nachwuchsmann Anfang 2009 von Trainer Uwe Neuhaus in den Profikader aufrückte, war Jan Glinker der Platzhirsch. Nach ihm kam lange nichts und dann Carsten Busch. An Christoph Haker war nicht zu denken. Später erst recht nicht, weil nicht er Konkurrent von Glinker wurde, sondern Marcel Höttecke. Danach kamen Daniel Haas und Jakob Busk. Für Haker war der Traum von der Nummer eins damit ausgeträumt.

    Dafür lebt er inzwischen einen völlig anderen Traum. In Siedenbollentin, einem beschaulichen Ort 20 Kilometer nördlich von Neubrandenburg mit wenig mehr als 500 Einwohnern, hat er sein Glück gefunden. Beim dortigen SV, bei dem er auch seine sportliche Karriere beendete, ist er in Personalunion Sportlicher Leiter und Trainer. Das ist schon mehr als nur Hobby, denn nach der vorigen Saison standen die Siedenbollentiner auf Aufsteiger in die Oberliga fest, die fünfthöchste Spielklasse. Im dortigen 16er-Feld sind sie nach acht Spieltagen großartiger Tabellenvierter und damit besser platziert als zum Beispiel Sparta Lichtenberg, Lichtenberg 47, TSG Neustrelitz, Tennis Borussia und Eintracht Mahlsdorf.

    Geht es so weiter, hat Haker, mit 34 Jahren noch am Anfang seiner Karriere als Trainer (besitzt die B-Lizenz), womöglich das Zeug dazu, aus der Armada der Namenlosen auszuscheren und anderweitig als Nummer eins Karriere zu machen. Als Funktionär muss er sich nicht kleiner machen, als er ist (körperlich misst er immerhin 1,91 Meter), auch wenn es nur in Siedenbollentin ist. Dort zumindest ist er schon mal aus dem Schatten getreten.

    Im Moment bin ich 50 zu 50. Ich habe bei den Männern meine Stehplatz Karte nähe alte Anzeigetafel im Sektor 3. Bei den Mädels hab ich Sitzplatz Jahreskarte in B3.

    Ich bin jetzt 67 hab so 55 Jahre Stehen bei UNION hinter mir und das würde ich auch liebend gerne weiter tun. Aber wenn es gesundheitlich nicht mehr geht, was bei mir inzwischen immer mehr der Fall wird, dann bin ich froh wenn ich sitzen kann um DABEI zu sein. Und wenn ich irgendwann mit dem Rollstuhl geschoben werden muss, Scheissegal ick will im Stadion sein. Ich freu mich über jeden Unioner der unsere Spiele im Stehen genießen kann wie es sich gehört. Aber die anderen Unioner gehören auch dazu. Erstmal ist wichtig da unser neues Wohnzimmer gebaut wird und wir das Olympiastadion überstehen und denn kieken wa weita, wie immer EISERN

    Ich verstehe nicht, warum sich unser Herr Trainer zumindest nicht durchgehend wie ein einigermaßen zivilisierter Mensch benehmen kann. Kann vor Kraft nicht laufen wie ein pubertierender Teenager, motzt auf PKs Journalisten an, vermag sich am Spielfeldrand nicht zu beherrschen ... Wenn er das privat toll findet - bitteschön. Als Trainer repräsentiert er aber Union und das ist einfach nur peinlich. Der Arbeitgeber sollte das dringend mal gründlich ansprechen, dass wir kein Affenverein sind. Und wenn HH mal wieder - wie eigentlich immer - Urlaub macht, sollte das der Präsident intern klären. Was war auch das doch angenehm und sympathisch mit Urs Fischer!

    Ich verstehe nicht warum Herr Onkel Max denkt er ist Unioner, dabei kann er doch auch zu Netto gehen oder einfach lernen was Unioner sind.

    Ich hab den ersten Teil im Altstadttheater schon einige Male gesehen und mich köstlich amüsiert. Vielleicht hat ja der Eine oder Andere Lust ein bisschen zu helfen?


    Eisern verschossen 2 – Crowdfunding – Unioner helfen Unionern
    Alle Infos rund um die geplante Fortsetzung der Union-Liebeskomödie „Eisern verschossen – verliebt in einen Unioner“ und eure Möglichkeit, uns zu unterstützen!
    altstadttheaterkoepenick.de

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