Werte "meines" Vereins

      hoywolle schrieb:

      Ich gehe jetzt schon 45 Jahre zu Union. Habe alle Höhen und Tiefen mitgemacht und bin trotzdem dabei geblieben.

      Mit 10, wahrscheinlich mit Papa, zu Spielen unseres Vereins. Dein Erinnerungsvermögen muß ja stark ausgeprägt sein! ?( ;)


      EISERN
      Was man über sich denkt ist wichtiger als das, was Andere über einen denken.
      "dass wir schon wahrgenommen werden als Verein, der eine ganz besondere Fankultur pflegt"
      Dirk Zingler



      @ hoywolle, wie cor67 bin ich noch nicht so lange dabei.
      Kannst du etwas ausführen, wie sich alles positiv entwickelt hat? Wenn du sagst, dass die "Entwicklung pisitiv wie nie" war, musst du das ja an irgendwas festmachen. Beispiele bzw. Vergleiche zu früher.
      Ich möchte jetzt nicht absprechen, dass es im Moment gut aussieht, aber mir persönlich fehlen wahrscheinlich einfach die Vergleichsmöglichkeiten zu den echt harten Zeiten. Ich möchte mein jetziges Gefühl besser einordnen können. Vielleicht ist das, was ich gerade als etwas negativ erfahre, gar nicht so schlimm (?).
      Also ich begleite den Verein seit fast 35 Jahren und habe im Jugendbereich 6 Jahre für unsere Farben gekickt. Ein Großteil meines Bildes von Union hat sich also noch zu DDR-Zeiten gebildet, als man immer als der etwas schmuddelige Underdog angesehen wurde. Auch auf Grund des Fanpotenzials war man ja von staatsseite alles andere als beliebt. Von daher stand Union für mich immer für unangepasst, eigenwillig, obrigkeitswidrig und rebellisch sein. Man hatte eine große Schnauze und ließ sich nichts gefallen (Berlin halt). Die Art von Union damals Fußball zu spielen war für mich aber nicht weniger prägend. Bodenständiger Kampfgeist, ehrlich, geradlinig und niemals aufgebend. Erfolgsverwöhnt, nein, das waren wir nicht. Wir konnten schon mit wenig leben - wenn die Truppe den Rasen nur ordentlich umgepflügt hat.
      Dann waren wir laut, verdammt laut. Und in unserem schallenden "Eisern Union" lag die gemeinsame Liebe zu unserem Verein, aber unausgesprochen auch immer dieses "gegen etwas zu sein". Nämlich gegen Bevormundung und Reglementierung, egal welcher Art.
      Und auch die Nachwendejahre waren ja bekanntlich alles andere als einfach. Das wir sie gemeistert haben, hat für mich ganz, ganz viel mit der Mentalität zu tun, die wir zu Ost-Zeiten entwickelt haben. Zusammenhalt und immer wieder dieses "niemals aufgeben". Und Liebe, wahre Liebe.
      Wären wir nicht gewesen, wie wir waren - es gäbe den Verein heute in der Form nicht.
      Und heute. Heute sind wir vom sportlichen Niveau her wahrscheinlich so erfolgreich, zumindestens aber so konstant wie nie zuvor. Wir haben ein Schmuckkästchen von Stadion und unser Nachwuchs auf den Rängen hat mich die letzten Jahre immer wieder mit intelligenten und einfallsreichen Choreographien begeistert. Eigentlich also alles schick würde man denken. Aber seit geraumer Zeit beschleicht mich doch ein ungutes Gefühl. Ich will aber gar nicht negativ rüberkommen. Ich hoffe und will jederzeit das Beste für unseren Verein. Deshalb appelliere ich auch einfach nur an das Bewußtsein, nie zu vergessen wo man herkommt und wer man war. Und das muß man Tag für Tag leben und nicht nur in Legenden niederschreiben. ;)
      "Der Vorteil der abstrakten Malerei liegt darin, daß Frau und Kinder weiter malen können, wenn Papa einmal krank im Bett liegt."

      Pierre Richard
      Werte? Hm.

      Union steht für

      a) Stehplatzkultur
      b) bezahlbaren Fußball
      c) nicht runtermachen der eigenen Mannschaft bzw auspfeifen
      d) kein vorzeitiges Verlassen des Stadions
      e) keine Klatschpappen etc
      f) keine Präsentierung banaler Dinge wie Ecken etc durch Sponsoren
      g) 90 MInuten Dauersupport (möglichst nur spielbezogen)
      h) keinen Stadionnamenverkauf
      i) unverrückbar fest einzemtiert in Köpenick
      j)
      Das Gegenteil von gut ist gut gemeint
      Die Werte - Die Identität des 1.FC Union Berlin !

      1.Der Name: Der einzige DFL-Klub, der Berlin ausgeschrieben im Vereinsnamen trägt. Union Berlin ist international verständlich
      2.Der Standort: Berlin, die Hauptstadt Deutschlands - eine europäische Weltstadt
      3.Das Wappen: Einziges DFL-Klub-Logo was breiter ist als hoch. Popkulturell das design-stärkste Logo im dt. Profifußball
      4.Das Stadion: Klinkerfassade in der Haupttribüne, Einziges DFL Stadion mit mehr Steh- als Sitzplätzen
      5.Die Hymne: Einzige Klubhymne unter 36, die von einer international bekannten Punkikone eingesungen wurde
      6.Der Schlachtruf: Eisern Union - in dieser Form einzigartig, im Wechselgesang ebenfalls
      7.Die Fans: Sehr großes Repertoire an Liedern während den Spielen, starke Auswärtspräsenz
      8.Die Geschichte: Spezielle "Ost"-Sozialisiation des Klubs (im bundesdeutschen Kontext)
      9.Der Verein: Konzentration auf eine Sportart, nämlich Fußball
      10.Der Sport: 5 Jahre in Folge solide Zweitliga Leistungen
      11.Die Kultur: Weihnachtssingen, Bluten für Union, AF 2 in Südafrika, Eroberung des Hertha-Schiffs, Drachenbootrennen, Stadionbauer, Union-Dampfer, WM-Wohnzimmer

      Fazit: Union ist Einzartig !!!
      :brille:

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      iron_monkey schrieb:

      @ hoywolle, wie cor67 bin ich noch nicht so lange dabei.
      Kannst du etwas ausführen, wie sich alles positiv entwickelt hat? Wenn du sagst, dass die "Entwicklung pisitiv wie nie" war, musst du das ja an irgendwas festmachen. Beispiele bzw. Vergleiche zu früher.
      Ich möchte jetzt nicht absprechen, dass es im Moment gut aussieht, aber mir persönlich fehlen wahrscheinlich einfach die Vergleichsmöglichkeiten zu den echt harten Zeiten. Ich möchte mein jetziges Gefühl besser einordnen können. Vielleicht ist das, was ich gerade als etwas negativ erfahre, gar nicht so schlimm (?).


      Positive Entwicklungen : Stadionbau, steigende Etats, Lizenzvergabe ohne Auflagen und Bedingungen, ständig steigende Zuschauerzahlen, eine recht ordentliche Nachwuchsabteilung (NLZ muß noch gebaut werden) und 2.Bundesliga-Zugehörigkeit.
      EISERN UNION

      bunki schrieb:


      g) 90 MInuten Dauersupport (möglichst nur spielbezogen)


      Weil hier wohl der richtige Ort dazu ist: Mich nerven 90 Dauersupport ungemein, es geht dadurch sehr viel verloren. Vor allem durch das minutenlange Runtersingen ein- und desselben Liedes. Das ist auch eine ziemlich neue Erfindung, dass zu jeder Sekunde des Spiels irgendwas gesungen oder gebrüllt werden MUSS. Ich fände es viel schöner wenn auch mal etwas ruhiger ist und dann der Vulkan ausbricht. :thumbsup:

      Jedenfalls, ein Wert von Union ist das für mich nicht. Union gab es ja schon Jahrzehnte bevor der Dauersingsang anfing. Auch das Stadion nicht zu verlassen kann kein Wert eines Vereins sein, das ist eine persönliche Entscheidnung jedes Einzelnen. Den Rest finde ich sehr gut, wobei Punkt c) nur äußerst rudimentär eingehalten wird und auch nur wenn es absolut super läuft (also so gut wie nie :D ), würde ich aber unterstützen.
      Erst ignorieren sie dich, dann machen sie dich lächerlich, dann kämpfen sie gegen dich, und dann verlieren sie gegen dich.

      Sonnabend, 5. Februar 2011 Hertha BSC - 1.FC Union 1:2

      Borstel65 schrieb:

      iron_monkey schrieb:

      @ hoywolle, wie cor67 bin ich noch nicht so lange dabei.
      Kannst du etwas ausführen, wie sich alles positiv entwickelt hat? Wenn du sagst, dass die "Entwicklung pisitiv wie nie" war, musst du das ja an irgendwas festmachen. Beispiele bzw. Vergleiche zu früher.
      Ich möchte jetzt nicht absprechen, dass es im Moment gut aussieht, aber mir persönlich fehlen wahrscheinlich einfach die Vergleichsmöglichkeiten zu den echt harten Zeiten. Ich möchte mein jetziges Gefühl besser einordnen können. Vielleicht ist das, was ich gerade als etwas negativ erfahre, gar nicht so schlimm (?).


      Positive Entwicklungen : Stadionbau, steigende Etats, Lizenzvergabe ohne Auflagen und Bedingungen, ständig steigende Zuschauerzahlen, eine recht ordentliche Nachwuchsabteilung (NLZ muß noch gebaut werden) und 2.Bundesliga-Zugehörigkeit.


      Danke. Jetzt wo du es sagst... Ja.
      Man sollte sich von ein oder zwei Sachen eben nicht runterziehen lassen. :)
    Netzathleten