Werte "meines" Vereins

      hermannw schrieb:

      bunki schrieb:


      g) 90 MInuten Dauersupport (möglichst nur spielbezogen)


      Weil hier wohl der richtige Ort dazu ist: Mich nerven 90 Dauersupport ungemein, es geht dadurch sehr viel verloren. Vor allem durch das minutenlange Runtersingen ein- und desselben Liedes. Das ist auch eine ziemlich neue Erfindung, dass zu jeder Sekunde des Spiels irgendwas gesungen oder gebrüllt werden MUSS. Ich fände es viel schöner wenn auch mal etwas ruhiger ist und dann der Vulkan ausbricht. :thumbsup:

      Jedenfalls, ein Wert von Union ist das für mich nicht. Union gab es ja schon Jahrzehnte bevor der Dauersingsang anfing. Auch das Stadion nicht zu verlassen kann kein Wert eines Vereins sein, das ist eine persönliche Entscheidnung jedes Einzelnen. Den Rest finde ich sehr gut, wobei Punkt c) nur äußerst rudimentär eingehalten wird und auch nur wenn es absolut super läuft (also so gut wie nie :D ), würde ich aber unterstützen.


      Besser vielleicht 90 Minuten Stimmung? Aber ich bleibe dabei, spielbezogen. Und möglichst so, dass sich alle im Stadion angesprochen fühlen und nicht nur Gruppen oder Grüppchen ...

      Und Punkt c, die eigene Mannschaft nicht auszupfeifen etc gehört für mich unverrückbar dazu.


      Das Gegenteil von gut ist gut gemeint

      tisque schrieb:

      Zieht man nicht mit der Definition von Werten einen Kreis, der damit auch gleich wieder Personen, Ideen und Wertevorstellungen, die leicht davon abweichen, ausgrenzt? Gerade das sollte es ja nicht sein - meiner Meinung nach und widerspricht dem Punkt: Toleranz.


      Ist Toleranz nicht ein Wert? Aber logisch gibt es trotzdem Grenzen. Die gibt es immer. Wenn Dir zum Beispiel jemand Gewalt antut, wirst Du sicherlich sehr schnell merken, das auch Deine Toleranz Grenzen hat. ;)
      "Der Vorteil der abstrakten Malerei liegt darin, daß Frau und Kinder weiter malen können, wenn Papa einmal krank im Bett liegt."

      Pierre Richard
      Beim Lesen der einzelnen Versuche, unsere gemeinsamen Werte mal aufzulisten, fällt mir zunehmend auf, dass viele unserer Werte nur schwer mit einem erfolgsorientierten Profifußball in Einklang zu bringen sind. Mir persönlich tut ein solches Nischendasein gar nicht weh, nur wird klar, dass Werteerhalt einerseits und das Befolgen der Idee "Stillstand bedeutet Rückschritt" andererseits kaum noch miteinander vereinbar sind.

      Was mir allerdings in letzter Zeit gehörig auf den Keks geht, ist dieses Selbstbeweihräuchern wie toll wir doch sind, wie unangepasst, wie unabhängig.... Gerade weil wir es sind, haben wir es nicht nötig, dies anderen immer wieder unter die Nase zu halten.

      Und ausserdem, eins sind wir ganz sicher nicht und waren wir auch noch nie: eine homogene Masse. Wir sind derart bunt drucheinander gewürfelt, dass uns in vielen Fragen auch vieles trennt. Eins aber wollen wir doch alle: bedingungslose Unterstützung des Vereins. Daher ist wohl auch unser größter Wert, unser größter Schatz, dass wir möglichst viele einbinden, uns untereinander zuhören und uns in so mancher Diskussion einfach mal neben uns selbst stellen und prüfen, wie gut gemeinte "Ratschläge" beim Gegenüber, der ebenfalls ein rot-weiß gestreiftes Herz in sich trägt, ankommt.
      "Erste Pass, gleich Scheisse" (Dragoslav Stepanovic)

      bunki schrieb:


      Und Punkt c, die eigene Mannschaft nicht auszupfeifen etc gehört für mich unverrückbar dazu.


      Das sollte so sein, da gebe ich Dir vollauf Recht. In der Realität geht das Gepfeife schon los, wenn zweimal hinten über den Torwart gespielt wird. :D

      Und was nach einigen heftigen Niederlagen schon los war (Stichwort: Dresden), brauch ich Dir ja auch nicht zu erzählen.
      Erst ignorieren sie dich, dann machen sie dich lächerlich, dann kämpfen sie gegen dich, und dann verlieren sie gegen dich.

      Sonnabend, 5. Februar 2011 Hertha BSC - 1.FC Union 1:2

      eisernerfrankie schrieb:

      Nicht ganz einfach, diese Werte zu bewahren im Wandel der Zeiten. Aber vermutlich kommt eh gleich die Möhre um die Ecke und listet hier das Anlagevermögen auf.


      Da hast Du dann wohl recht gehabt. Möhre sieht Union halt vermutlich wie ein Hochglanzprospekt, was es gilt an den zahlungskräftigen Kunden zu bringen. Auf dem ständigen Weg zu "historischem Mehrwert" (diese Formulierung war ja schon mal ein Klassiker für sich). Früher hieß es - den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf. Bei Einigen hat sich halt nichts geändert, nur die Vorzeichen haben sich verkehrt. Was solls, das halte ich die restliche Zeit meines Lebens nun auch noch aus. :wurst:
      "Der Vorteil der abstrakten Malerei liegt darin, daß Frau und Kinder weiter malen können, wenn Papa einmal krank im Bett liegt."

      Pierre Richard
      Ich glaube nicht die Werte sind das Problem, sondern wie sie jeder Einzelne interpretiert. Egal wie sehr wir uns streiten, erstmal sind wir alle Unioner und egal welcher Couleur wollen alle das Beste für unseren Verein. Nur was ist das Beste? Genau hier liegt das Konfrontationspotential. Keiner der Disputanten hat einen Königsweg. Der Weg der vor uns liegt wird jedes mal neu erfunden - es ist wie die Entdeckung eines neuen Kontinents. Wir sind jetzt mitten auf dem Meer - denn wer immer an der Küste bleibt kann keine neuen Ufer entdecken. Ob wir das wollen? Wir können uns nicht vor der Welt verstecken auch wenn wir das manchmal möchten.Der wichtigste Wert ist glaube ich die Toleranz, uns selbst gegenüber und dem Neuen gegenüber.
      Manche Leute sind so sehr mit flammenden Reden über Tradition beschäftigt, dass sie gar nicht merken wenn die Glut in ihrem Handeln zu kalter, grauer Asche wird. Honeypie
      Ich könnte auch was hinzufügen. Ich hab mehrmals im Leben nachgedacht was eigentlich jenen Verein "mein" Verein macht. Was sind die Dinge die locken dabei. Beim Union, wenigstens für mich, geht's um die ganz besondere Stimmung im Stadion. Und wie die Fans diesen Verein lieben. Beim Union gibt's tolle Persönlichkeiten im Spielfeld. Ist auch selten heutzutage. Und ein Wert mehr, wir spielen für das Spiel, Fußball. Das feinste Spiel der Welt. Es geht nicht um Meisterschaften und Superstars. (Ok, ich hätte natürlich nix dagegen, dass wir einen Tag Deutscher Meister wären... :P ) Aber mir ist das wichtigste Wert des Vereins, Fußball für Fußball zu spielen. Erfolgfans kann zu Bayern gehen, ich gehe zu Union. :heart: Meine Freunde hier wundern sich, warum ich ein Union-Fan bin. Ich sag nur, wenn ich beim ersten Mal Stadion an der alten Försterei besucht habe, verliebte ich mich und diese Liebe habe ich seitdem in meinem Herz. Jetzt beginnen sie verstehen in meiner Arbeitplazt... Wenn ich sage, "ich geh mal nach Berlin" sagen sie "ach so, zu Union?" "Ja, was sonst?" :D
      Die Mauer muss weg!

      boone schrieb:

      Der wichtigste Wert ist glaube ich die Toleranz, ....... dem Neuen gegenüber.



      An dieser Stelle wird es aber wieder von vorne losgehen. Wie weit soll diese Toleranz denn gehen?
      Ich halte es für enorm wichtig, das gewisse Werte festgelegt werden. Für Dinge, die wir zwar für selbstverständlich HALTEN, es aber (wie man sieht) nicht automatisch sind. Das wurde bei FuMA-Fantreffen deutlich und die Ereignisse der letzten Wochen bestätigen das nur.
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