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Eigentlich wollte ich schon längst schlafen, eigentlich wollte ich nie wieder etwas in ein Fanforum schreiben. Aber die Diskussion, die von quarrel am Sonntag (25.10., 10:40 Uhr) angestoßen und von kibitzer (25.10., 20.20 Uhr + 20:57 und 26.10. 11.38 Uhr) sowie keks (25.10., 20.49 Uhr) aufgenommen wurde, ließ mich nicht ruhen. Ich hoffe, dass ich einige Dinge sachlich und verständlich ansprechen kann. Wobei ich in erster Linie für mich rede, auch wenn einige Journalistenkollegen sicher ähnliche Empfindungen haben. Normalerweise dürfte den Fans egal sein, wie Journalisten arbeiten. Aber in diesem Fall hilft es vielleicht weiter.
@quarrel
Das Verhältnis zwischen der sportlichen Leitung des Vereins und den Medienvertretern Berlins ist in der Tat seit Monaten angespannt. Beide Seiten wollen ihren Job so gut wie möglich machen. Aber hier prallen inzwischen ziemlich festgefahrene Sichtweisen aufeinander. Der Trainer und der Sportdirektor glauben, die Mannschaft für den Erfolg so weit wie möglich abschirmen zu müssen. Sie entscheiden auch über den Kopf der Akteure hinweg, wenn es um Interviews oder Fotowünsche geht. Der Trainer ist im letzten Jahr immer misstrauischer geworden. Sicher gibt es bisweilen dazu Anlass. Aber nicht hinter jedem Artikel oder Gespräch am Trainingsplatz steckt eine Intrige.
Man fühlt sich als Medienvertreter fast schon wie ein Staatsfeind. Beim Training wird man von bis zu drei Vereinsmitarbeitern der Presseabteilung „bewacht“. Bei Gesprächen mit den Spielern stehen Vertreter der Presseabteilung Unions in der Regel daneben und greifen sogar verbal ein. Das zeugt von wenig Vertrauen zu den Medienvertretern (und den eigenen Akteuren) und ist in der Branche keinesfalls die Regel, nicht mal bei Spielen der deutschen Nationalelf.
Ein Problem ist auch, dass von der Presseabteilung des 1. FC Union niemand die andere Seite kennt. Weder Christian Arbeit noch Matthias Marek waren Journalisten. Sie haben nur wenig Ahnung davon, wie wir ticken oder welche Zwänge ein Redaktionsschluss um 18 Uhr für die überregionalen Ausgaben von Kurier, B.Z. oder Tagesspiegel mit sich bringt. Die von der sportlichen Leitung beschlossene Linie wird damit aus meiner Sicht zu wenig hinterfragt.
Wenn 14 Tage lang kein Pflichtspiel ansteht, kann es für die „bunten“ Zeitungen doch auch mal eine bunte Geschichte geben. Was ist daran schlimm, wenn sich Spieler X mit seiner Familie auf dem Funkturm ablichten lässt und Spieler Y im Beisein eines TV-Teams im Tierpark Giraffen füttert? Im Boulevard muss es menscheln. Der Sportdirektor sagte schon mehrfach, dass man auch mal was genehmigen wird. Bis jetzt gab es leider nichts.
Möglichweise würde die eine oder andere bunte Geschichte dann auch kritische Stories aus den Blättern drängen. Doch man sollte sich von der Annahme trennen, dass die Medienvertreter bloß zu Union kommen, um im Dreck zu wühlen. Gesucht wird immer nach der News und interessanten Dingen, die sicher auch für den Verein unliebsame Geschichten ergeben können.
@keks
Du zitierst meine private Homepage www.sports-kick.de vom 13. September, in der ich kritisiere, dass sich John Jairo Mosquera nach dem 5:4 gegen Paderborn nicht vor der Presse äußern durfte. Das von Dir gebrachte Zitat ist aber einem Kommentar eines Kollegen auf meinen Beitrag entnommen – stammt also nicht von mir. Der Tenor von Bunki (Kontrollwahn bei Union) ist sicher etwas überspitzt formuliert.
Fakt ist jedoch, dass es Mosquera inzwischen sechs Tore geschossen hat und fast nie zitiert wird. Das passiert aber nicht, weil die Journalisten zu faul sind, sondern weil John bei Heim- und Auswärtsspielen bis zum Aachen-Spiel bewusst nicht in die Mixedzone gelassen wurde. Aus Union-Sicht sei sein Deutsch zu schlecht, hieß es beispielsweise.
Das führt dazu, dass nach Spielen inzwischen fast kein Journalist mehr nach John fragt. Ich behaupte mal, dass dies bei vergleichbar treffsicheren Goalgettern in den höchsten Ligen Europas ein einmaliger Vorgang ist. Und er führt zu einem Kuriosum: Am Montag sprach Christian Arbeit seine Verwunderung aus, dass in Aachen niemand nach John gefragt hätte. Diesmal hätte Union ihn bei Bedarf in die Mixedzone geschickt…
Gerade im Fall Mosquera fühle ich mich persönlich betroffen, dass man ihn nur unter größten Schwierigkeiten ansprechen kann. Hätte ich am 4.7. 2007 noch einen Trainer, Sportdirektor oder Funktionär um Erlaubnis befragen müssen, bevor ich den ohnmächtigen Mosquera in die stabile Seitenlage geschoben und seinen Kopf überstreckt habe, würde John vielleicht immer noch im Gras von Wesendorf liegen.
@kibitzer
Deiner Meinung nach bin ich wieder in ein Fettnäpfchen getreten. Vielleicht solltest Du nicht nur Deinem 1.000.000 Eintrag im Forum entgegen hetzen, sondern auch mal richtig lesen. Das Zitat stammt wie gesagt nicht von mir.
Zudem bist Du immer einer der ersten, der beispielsweise die zu Auswärtsspielen mitgereisten Journalisten auf ziemlich derbe Weise kritisiert. Dabei hast Du Deine Erkenntnis wie im Falle des Aachen-Spiels wohl nur nach der zigsten Zeitlupe im Fernsehen gewonnen.
Unabhängig davon werde ich auch in Zukunft meine Meinung bei Union sagen. Wenn das mit einem Fettnapf verbunden ist, bitte. Und ich habe auch damals, sicher nicht im besten Ton, die schlechten Arbeitsbedingungen bei Union kritisiert. Und damit meinte ich nicht die Sitze im Stadion oder die Brötchen bei der Pressekonferenz.
Deiner Meinung nach sind Spieler nicht für Interviews, sondern für das Toreschießen da. Vielleicht solltest Du mal darüber nachdenken, warum gerade Fußballer so viel Geld verdienen. Fußball ist eben Mediensportart Nummer eins. Nur deshalb bezahlt das Fernsehen, das im Übrigen den Großteil seiner Informationen aus der Tagespresse „klaut“, so viel Geld. Insofern ist eine Zusammenarbeit von Verein und Medien doch lohnenswert – auch für die Sponsoren, die ebenfalls viel Kohle rausrücken.
Wenn ich der Journalist sein soll, der Deiner Meinung vom Verein monatelang hofiert wurde, kann ich nur dies dazu sagen: Ich stehe seit Jahren als einziger Journalist wirklich regelmäßig am Trainingsplatz – bei Wind und Wetter. Meine Texte und Fotos habe ich alle allein gemacht. Mir wurde nichts geschenkt. Die Zusammenarbeit mit dem Verein war fruchtbar und dafür bin ich auch dankbar. Die Themenvorschläge kamen aber zu 99 Prozent von mir. Andere Kollegen hätten dies genauso tun können.
@Union
Vielleicht ist die Zeit für eine Annäherung von Medien und Verein gekommen. Bei einem Thüringer Fußballverein findet regelmäßig ein Spielchen zwischen Journalisten und Funktionären/Trainern mit anschließendem Bratwurstessen statt. Ein Turnier in der neuen Union-Halle zu Weihnachten tut es vielleicht auch. Tecee kann dann ja notfalls mit dem Mikro eingreifen.
P.S.: So, das lag mir einfach mal auf der Seele. Sachliche Kritik und Hinweise nehme ich gern entgegen.
Matze Koch (Freier Sportjournalist und Fotograf).
Passt vielleicht besser in TV aber die mobile Version ist umständlicher..
Sat.1 berichtet heut morgen in den Nachrichten über einen Bayern-Fan der auf Verdacht Stadionverbot bekam, weil die Polizei ihn als Beteiligten einer Schlägerei einstufte. Dazu klagt er heut beim BGH.
Das Schlimme: Gleichzeitig werden die Ahnungslosen genannt, wie sie ein Spielfeld stürmen und den gegnerischen Block stürmen.
Nicht fein, aber sie hätten auch Bildmaterial von anderen Vereinen nehmen können.
Irgendwie erschreckend..
Erschreckend finde ich ... eher die Gewalt beim Fussball. Zuletzt Pauli - Cottbus, eine neue Art der Dimension bei Halle, und Montag in Rostock vielleicht auch wieder. Vielleicht hilft gegen "erschreckend" wirklich nur "abschreckend" - auf Kosten aller.
Vielleicht hilft gegen "erschreckend" wirklich nur "abschreckend" - auf Kosten aller.
TEAM GLINKER
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