Netzathleten

Arbeitsrecht

  • Folgende Fragestellung habe ich.


    Ich bin gerinfügig (14,5 stunden) beschäftigt. Nun habe ich ein Vorstellungsgespräch in einer anderen Firma. Wenn ich da nun genommen werde muss ich ja mein bisheriges Arbeitsverhältniss kündigen. Als Kündigungsfrist steht in meinem Vertrag 4 Wochen. Wenn ich nun also am 12.07. kündige und am 2.8 meine neue Stelle beginnen will sind das erst 3 Wochen. Kann ich das so einfach oder kann mir mein bisheriger Arbeitgeber einen Strick daraus drehen? Wenn ja inwiefern?

  • Die Grundkündigungsfrist für geringfügig Beschäftigte beträgt vier Wochen, bei vorübergehenden Aushilfen ist die Vereinbarung einer kürzeren Kündigungsfrist für die ersten 3 Monate der Tätigkeit möglich. Längere Kündigungsfristen ergeben sich aus der Dauer der Betriebszugehörigkeit.


    Was steht in deinem Vertrag drin?


    Eine Alternative wäre eine Aufhebungsvertrag im beiderseitigen Einverständnis.

  • ich formuliere das hier mal ausdrücklich recht allgemein als eine art gedankenspiel, nicht etwa als rechtsberatung.
    die vierwöchige kündigungsfrist soll beide vertragsparteien schützen. wenn ein arbeitnehmer kündigt, soll der arbeitgeber die chance haben, sich um einen geeigneten nachfolger zu kümmern. nach § 622 I bgb ist ein kündigungstermin zum fünfzehnten oder zum ende eines kalendermonats einzuhalten.
    wenn jemand anfang august (z.b. am montag, den 2.8.) eine neue stelle antreten möchte, hätte dem arbeitgeber bis anfang juli (5.7.) die schriftliche kündigungserklärung zugehen müssen. durch eine danach erfolgende kündigung kann das arbeitsverhältnis jedenfalls nicht zu einem termin vor mitte august ordentlich gekündigt werden (unterstellt: gesetzliche kündigungsfrist und man befindet sich nicht mehr in der probezeit). eine außerordentliche kündigung erfordert grundsätzlich einen wichtigen grund. die möglichkeit eine neue stelle anzutreten fällt regelmäßig nicht darunter.
    aufhebungsverträge werden ja vor allem arbeitgeberseitig genutzt, um ein arbeitsverhältnis schnell zu beenden. ansonsten machen wohl auch viele arbeitgeber mittlerweile von sogenannten vertragsstrafen gebrauch, auch und gerade bei nichtantritt der stelle bzw. unberechtigter lösung vom vertrag. aber damit sind wir schon bei einer möglichen agb-kontrolle und zu tief in der materie. ich würde dir bei weitergehenden fragen raten, einen anwalt zu konsultieren (bei bedarf kann ich dir sogar jemanden nennen ;)).
    gruß D

  • Nachzutragen wäre noch ob Dein AG tarifgebunden ist. Manche AG schreiben falsche Kündigungsfristen (weil zum Teil alte Vorlagen benutzt werden) rein und der Tarifvertrag gibt ganz andere Vorgaben. Also erkundigen. Ansonsten bleibt Dir nur die Aufhebung, ein AG hat auch ein Interesse dran, wenn er auf den Markt gleich einen Neuen findet, ansonsten bleibts bei deer o.g. Frist.Eigentlich müßte aber im Vertrag noch stehen 4 Wochen zum....
    E.U.Wassermann

  • dirk das einfachste ist, dass du mit deinem arbeitgeber redest, sagst "ich hab ein neuen job und kann und dann anfangen". dann vereinbare mit deinem jetzigen chef einen aufhebungsvertrag zum zweckmässigsten termin ;) . eigentlich sollte kein arbeitgeber jemanden steine in den weg legen, wenn er die möglichkeit hat eine festanstellung zu bekommen ;) .

  • eine außerordentliche kündigung erfordert grundsätzlich einen wichtigen grund. die möglichkeit eine neue stelle anzutreten fällt regelmäßig nicht darunter.

    gilt das auch -wie im Fall von Dirk- wenn man aus einer geringfügigen Beschäftigung in eine Vollzeitstelle wechseln kann?


    Außerdem wäre interessant, ob deine jetzige Beschäftigung nicht sogar noch innerhalb der gesetzlichen Probezeit liegt. So lange biste da doch noch nich dabei, oder?