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DFB will DDR-Fußball aufarbeiten

  • "Der DFB bemüht sich um eine Aufarbeitung des Fußballs in der DDR.
    Auf Antrag der AG Wissenschaft beschloss das DFB-Präsidium, dieses Kapitel deutscher Fußballgeschichte durch anerkannte und unabhängige Experten zu hinterfragen.
    Dabei soll der Teil ostdeutscher Fußballgeschichte im Mittelpunkt stehen, der im Schatten der sportlichen Ereignisse und Erfolge oftmals immer noch tabuisiert wird.
    Nach Abstimmung mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) will der Verband in einer ersten Phase in Gesprächen mit dem Innenministerium, Universitäten und der Bundesbehörde für Stasi-Unterlagen herausfinden, welche Personen für eine solche Aufarbeitung in Frage kommen.
    Analog zur Dokumentation "Fußball unterm Hakenkreuz", die der DFB im Jahre 2001 in Auftrag gegeben hatte und die 2005 erschienen ist, soll auch diesmal ein unabhängiges Wissenschaftler- bzw. Autorenteam benannt werden, das frei von persönlichen und politischen Interessenslagen arbeiten kann.
    "Dieses Thema ist so sensibel und wichtig, dass es nicht um Effekthascherei oder Profilierung gehen darf. Entscheidend ist einzig die wissenschaftliche Kompetenz, um diesen Teil deutscher Fußballgeschichte fundiert und glaubhaft darstellen zu können", sagte Hans-Dieter Drewitz, der für die AG Wissenschaft zuständige DFB-Vizepräsident.
    Und weiter: "Wir befassen uns auf Betreiben von DFB-Präsident Theo Zwanziger bereits seit langem intensiv mit diesem Thema und sehen den richtigen Zeitpunkt gekommen, diese Fragen mit einem hohen wissenschaftlichen Anspruch aufarbeiten zu lassen."


    Quelle: Sport1.de


    bin mir sicher, dass wir da viiiiiiel zu beitragen können :opi:

  • Finde ich eine gute Idee - bei der Gelegenheit werden DIEDA wegen Betrug und Schiedsrichterbestechung usw. bestimmt alle Pseudo-Titel aberkannt!


    ich glaube die schiedensrichter mussten sie nicht bestechen - da reichte "befehl ist befehl" und der "daumen des kaisers" aus


    mal im ernst - in erster linie wird es um doping und die ein oder andere stasigeschichte gehen. die "erfolge" von *** wird auch der dfb nicht antasten. bestaende daran interesse waeren mehr als 20jahre zeit gewesen

  • Kevin
    Riiiiiichtiiiiisch.
    Der DFB hat da auch so einige Leichen im Keller, die man mal prüfen sollte. Die Sachsen aus DD sind nun wirklich nicht meine bevorzugten Partygäste, wegen 10 Mio DM Schulden aber die Lizenz entzogen, ist der Hammer. Ick poste hier von DM - nicht von €uronen!
    Wenn man sich nun die Schulden der Schalker zu Gemüte zieht (minimum 100 Mio €uronen) kann man dit Kotzen bekommen.
    Als Sicherheit wird im Ruhrpott immer die Veltinsarena aufgeführt. Fragt sich nur, wer dit Teil kaufen würde... ohne Schalke rechnet sich dieser Prunkbau für Niemanden.
    Der Tönnies sitzt im Lizenzierungsausschuss des DFB - dit stinkt zum Himnmel.
    Wenn der DFB diese Studie unterstützt, sollten se auch die eigenen Karten offen legen!


  • Der Vergleich ist ja völlig daneben.



    Verstehe ich nicht.
    Und jetzt komm mir nicht damit dass man die DDR nicht mitm Nazideutschland vergleichen kann...das habe ich damit auch garnicht gemeint und werde ich mich auch hüten zu tun.


    Warum der DFB 55 Jahre gebraucht hat sich an das Nazi-Thema ran zutrauen, lag daran, dass nachm Krieg zum einen, Fußball zur prestigeträchtigen, alles bestimmenden Sportart aufgebaut werden sollte, um ein neues Nationalgefühl mit positiver Aufbruchstimmung zu erzeugen. Und zum anderen das viele Funktionäre, die sich ihre Finger schmutzig gemacht haben, weiterhin arbeiten sollten, traditionsträchtige Vereine schnell wieder ihre Spiellizenz erhalten sollten, weil sie die Infrastruktur schnell wieder zum laufen bringen konnten. Da hätte eine zeitnahe Thematisierung diese Sache, doch etwas Unruhe erzeugt.
    Genauso wie es ja auch Land auf und Land ab fast überall unzureichend thematisiert wurde.
    Z.b. wurde eine Aufarbeitung der Verwicklungen der Deutschen Wirtschaft auch erst Mitte der Neunziger ernsthaft in Angriff genommen wurde.


    Bei der Aufarbeitung der DDR-Geschichte pinkelt man ja nun schon keinen mehr wesentlich ans Bein, zumal man ja recht schnell nach der Wende ne Aufarbeitung aller möglichen DDR-Dinge getätigt hat und auch noch weiterhin tätigt. Der Fußball auf dem Gebiet der ehemaligen DDR hat sich nun so einigermaßen etabliert und es gab und gibt sowiso von Seiten westdeutscher DFB-Funktionäre schon immer so nen verächtliches Herablicken auf den Ostdeutschen Fußball, mit nem Andeuten von westdeutscher Siegermentalität und von Draußen-drauf-schauen mit Fingerzeig auf die Verbrecher, womit man ja selbst nicht zu tun hatte.


    Versteht mich nicht falsch, ich finde es gut, des eine Aufarbeitung gibt, aber mir klingt die ganze Sache dort ein wenig so, dass der ehemalige westdeutsche DFB, der immer noch stärker im Westen verwurzelt ist und auch dort seine größten Strukturen hat, hier mal gerne bei uns ne Aufarbeitung eines Themas macht, welches sie noch nicht mal geerbt haben.
    Ich würde es ehrlicher finden, wenn man eher den Ostdeutschen Fußballverbände und -vereine mit Hilfe von Historikern die Möglichkeit selber gibt, ihre Geschichte aufzuarbeiten. Union und sicherlich der eine oder andere Verein hat ja schon gewaltige Vorarbeit geleistet.
    Natürlich wirds einige geben, die sich irgendwie sträuben hierbei richtig mitzuarbeiten, aber die Gefahr ist ja auch in dem anderem Szenario gegeben.


    Ich bin dafür, dass Historiker, die sich hier auf dem Gebiet der ehm. DDR, die sich bereits mit diesem Thema ausgiebig beschäftigen haben, auch weiterhin in das Boot zur Aufarbeitung des DDR-Fußball geholt werden sollten.


    Ich habe nen Bekannten (Journalist & Historiker), der ursprünglich den Historischen und Konzeptionellen Teil (Spezialgebiet DDR-Fußball) des neu entstehenden DFB-Fußballmuseums ausarbeiten sollte und der hat mir auch schon gesagt wohin die Reise gehen wird. Dagegen hat er sich ausgesprochen und ist aus dem Projekt ausgeschieden.
    Unkritische Beweihräucherung der Geschichte des DFBs ohne wirklichen wissenschaftlichen Wert, plus das Schmankerl: die Schandflecke der deutschen Fußballgeschichte Nazizeit (mit 55jährigem weißen Fleck: Nachkriegbetrachtung) und DDR-Fußball. Prost Mahlzeit.

  • Da übersteht ein threadtitel nicht eine Seite ohne das die "berühmte" Nazikeule wieder rausgeholt wird.Wenn man bei anderen Themen diskutiert, wird man sehr schnell verwiesen, das das Thema Linke ja nun hier nicht diskutiert zu werden braucht, weil es ja grundsätzlich an der Thematik vorbeigeht.
    Das dumme an dieser "Nazidiskussion" ist das die Diskutanten selber wenig Ahnung haben. Erstens waren für die (Wieder-) Zulassung der Vereine die Besatzungsmächte verantwortlich. Zweitens lag (auch im Willen der Besatzungsmächte) die Sportentwicklung und Politik im Rahmen der Länder und nicht beim DFB, der erst mit Gründung der Bundesliga den Stellenwert hatte , den er heute hat. Die Interpretation er hätte Ihn seit der WM 1954 gehabt ist doch schon lange vom Tisch, jeder Verband arbeitete für sich.Die Legende, "wie beim Fußball sind wieder wer" und sollte so aufgebaut werden, ist doch absuluter Quatsch, wer sollte denn die Erfolge voraussehen, nach der Sperrung Deutschlands 1950 ? Nach der Gründung der Bundesliga gab es mehrere Großereignisse , aber auch Skandale beim DFB aufzuarbeiten,man hatte eben selber genug zu tun mit sich, so das die politisch korrekten Gutmenschen eben 55 Jahre warten mußten , um den Ihnen genehmen Abriß zu erwarten, so ein Mist aber auch :D .
    Schön das man jetzt daraus Lehren gezogen hat und die vergleichbare Diktatur auf den Seziertisch legt, müßte doch für die Gutmenschen ein gefundenes Fressen sein. Nein ? Stimmt ! Was sind schon 10 Meisterschaften in Folge, war doch nicht alles schlecht in der DDR. Man muß nur das Gute nehmen und nochmal probieren :hail . Was sagte ein polnischer Solidarnosz Aktivist, bitte liebe Freunde nehmt für den nächsten Versuch lieber Ratten. :thumbdown:
    E.U.Wassermann


  • kauft Bayern, als überdachten Trainingsplatz :gamer

  • Zitat

    Die Sachsen aus DD sind nun wirklich nicht meine bevorzugten Partygäste, wegen 10 Mio DM Schulden aber die Lizenz entzogen, ist der Hammer. Ick poste hier von DM - nicht von €uronen!
    Wenn man sich nun die Schulden der Schalker zu Gemüte zieht (minimum 100 Mio €uronen) kann man dit Kotzen bekommen.


    das ist inhaltlich nicht ganz richtig.. ohne, dass ich die Lizenzunterlagen kenne. Es ist eigentlich nicht wirklich wichtig, ob ich Schulden habe, sondern nur, ob für die Schulden a) eine tragfähige Finanzierung besteht und b) ob für die Schulden Gegenwerte (Stadion, Immobilien etc) vorhanden sind.

  • das ist inhaltlich nicht ganz richtig.. ohne, dass ich die Lizenzunterlagen kenne. Es ist eigentlich nicht wirklich wichtig, ob ich Schulden habe, sondern nur, ob für die Schulden a) eine tragfähige Finanzierung besteht und b) ob für die Schulden Gegenwerte (Stadion, Immobilien etc) vorhanden sind.




    .....und ob der Verein eine Liqidität hat die den Spielbetrieb garantiert ! Sehr richtig !


    E.U.Wassermann

  • Der liebe Theo wird es a) schon nicht selbst machen und b) hat aufarbeiten viel mit Arbeiten in Archiven zu tun. Ich bin mir sicher, man findet einiges in den Stasi-Archiven. Zudem sind die meisten "Beteiligten" noch am Leben und werden mit Sicherheit befragt..

  • Ich bin der Überzeugung, daß Cobol sehr wohl Recht hat mit seinen Hinweis auf einen möglichen Vergleich zwischen dem Fußballsport im "Dritten Reich" und der DDR bzw. der Zeitspanne zum Beginn der "Aufarbeitung". In beiden Systemen war Sport politisch gefördert und hat somit aus Sicht der Machthaber einen Nutzen, welcher aus dem Sport für sichalleine genommen nicht zu erklären ist.
    Die Frage ist: unter welcher Ausgangsfrage ist ein Vergleich von politischen Systemen in Bezug auf die Nutzbarkeit des Sports zulässig und sinnvoll.
    Es könnte genauso gut die Frage gestellt werden können, wie ist der politische Einfluß der Industrie und Partei im Dritten Reich im Vergleich zur heutigen Einflußnahmen in den Sport einzuordnen bzw. wo gibt es parallelen oder sogar Überschneidungen oder ganz klare Abgrenzungen? Oder mal ganz ketzerisch: Gab es im "Dritten Reich" schon so viele Montagsspiele wie heute???


    Aber dies ist ja nun nicht die Frage, welche der DFB aufwirft.
    Dann mal zur Zeitspanne, aus meiner Sicht bedarf es mindestens einer Generation (also etwa 30 Jahre) bis eine gesellschaftliche Problematik adäquat von der historischen Wissenschaft bearbeitet werden kann. Den Begriff "Aufarbeitung" halte ich für äußerst Problematisch, da dieser suggeriert, daß dieses ein einmaliger Vorgang sei. Diese Arbeit ist ein Anfang, bzw. ersteinmal nur ein Versuch, aber eben ein mutiger Anfang eines langen Prozesses.

  • Ich finde es überhaupt mal befremdlich, dass der ein Fussballverband sich berufen fühlt die
    Geschichte eines Staates aufzuarbeiten, den es nicht mehr gibt.


    Gibt es denn da überhaupt was aufzuarbeiten? Meiner Meiung nach arbeiten DDR-Historiker die gesamte Geschichte seit 20 Jahren auf. Dazu gehört natürlich auch der Sport und im speziellen der Fussball. Warum das ganze nun aus DFB-Sicht nochmal gerade gerückt werden muss (und ich kann mir vorstellen in welche Richtung) sehe ich nicht.

    Erst ignorieren sie dich, dann machen sie dich lächerlich, dann kämpfen sie gegen dich, und dann verlieren sie gegen dich.


    Sonnabend, 5. Februar 2011 Hertha BSC - 1.FC Union 1:2

  • Ich finde es überhaupt mal befremdlich, dass der ein Fussballverband sich berufen fühlt die
    Geschichte eines Staates aufzuarbeiten, den es nicht mehr gibt.


    Gibt es denn da überhaupt was aufzuarbeiten? Meiner Meiung nach arbeiten DDR-Historiker die gesamte Geschichte seit 20 Jahren auf. Dazu gehört natürlich auch der Sport und im speziellen der Fussball. Warum das ganze nun aus DFB-Sicht nochmal gerade gerückt werden muss (und ich kann mir vorstellen in welche Richtung) sehe ich nicht.



    Kannst Du ja befremdlich finden, aber hier geht es um DDR Fußball und nicht DDR Staat.
    Ich z.B. fand es sehr befremdlich das ein gewisser Verein sich zehn Meistersterne anheften wollte, schon allein diese Sachlage und Forderungen anderer Vereine, bedarf einer detaillierten Aufarbeitung mit Kenntnis derdamaligen Verhältnisse. Die Zerschlagung der bürgerlichen Vereine, das Hin-und Herdelegieren von ganzen Mannschaften, einzelenen und mehreren Spielern (mit welchen Druckmitteln) ist immer noch nicht vollständig bekannt (geschweige bei der Jugend oder im Westen , siehe Hansa), das Verschieben der Meisterschaften gab es ja nicht nur in den letzten Tagen der DDR , sondern schon am Anfang wenn man einfach nur das Endspiel SG DresdenFriedrichstadt (und der darauf folgenden Auflösung) gegen Horch Zwickau nimmt.
    E.U.Wassermann