Netzathleten

Wollen die Berliner Ihre "Stromstraßen" zurück ? ==> Berliner Energietisch

  • Zitat

    Lieber Stephan,
    ……am besten in EURO/Person und Jahr?


    Kann ich dir leider nicht schreiben…..ich weiß es nicht und ich glaube das ist auch die falsche Frage zu diesem Thema.


    In diesem Video der Projektgruppe aus der TU Berlin wird einfach und verständlich die Dualität dargestellt:
    http://www.youtube.com/watch?v=ob6vHjXuQW0


    Die Liberalisierung oder Privatisierung der Stromnetze, Wasserbetriebe, öffentliche Nahverkehr, Schienen-, IP- oder Straßennetze verbessern die Gewinnmöglichkeiten Privater aber nicht die Nachhaltigkeit und die Qualität dieser Infrastruktur. Es wird natürlich auch nicht versucht, die Interessen der Mehrheit zu vertreten. Und die Gesetzeskonstrukte, die drum herum gebaut werden, erfüllen schlecht (nicht) die Absicherung der Commons.


    Ich bin überzeugt, dass man staatliche Betriebe auch wirtschaftlich und nachhaltig führen kann. Das zeigen ja Stadtwerke, Genossenschaften in den unterschiedlichsten Kommunen.


    Nun ziehen an den Enden der öffentlichen Meinungsbildung die unterschiedlichsten Player. Der Energietisch versucht, sich der Liberalisierung aller unserer Lebensbereiche entgegenzustellen. Gutmenschen übernehmen Verantwortung und ziehen am anderen Ende der Meinungsbildung.


    Dafür mein Hochachtung und meine Unterschrift.

  • Die Kostenfrage muss gestellt werden und "muss" auch beantwortet werden von den Initiatoren des Ernergietischs. Bei der Summe um die es insgesamt gehen dürfte wäre ein, erstmal machen wir es und was es kostet finden wir später raus der falsche Ansatz. Insbesondere da Berlin nicht gerade im Geld schwimmt


    Zitat

    Ich bin überzeugt, dass man staatliche Betriebe auch wirtschaftlich und nachhaltig führen kann. Das zeigen ja Stadtwerke, Genossenschaften in den unterschiedlichsten Kommunen.

    Leider beweisen staatliche bzw komunale Betriebe auch sehr oft das Gegenteil - vorallem wenn Entscheidung aus rein politischen Erwägungen getroffen werden.


    Eine Politik die alles privatisieren will, sehe ich jedoch mehr als kritisch - eine der Aufgaben des Staates ist es auch meiner Sicht die Grundversorgung für alle Bürger zu gewährleisten und abzusichern. Ob dies durch rein staatliche Betriebe oder durch Auflagen für "Privat"Unternehmen passiert ist in erster Linie Geschmackssache - Vattenfall zeigt das es auch privatwirtschaftlich geht ohne das der Bürger massiv leiden muss. Die Bahn zeigt jedoch das Privatisierungsbestrebungen auch massive Probleme verursachen können - ein Großteil der S-Bahnprobleme dürfte diesen zu verdanken sein - wobei die Bahn auch das beste Beispiel dafür ist, warum Staatskonzerne bzw -AGs nicht immer gut sind


    Aus meiner Sicht war der Verkauf der BEWAG ein ebendso großer Fehler, wie der Verkauf der Berliner Wasserbetriebe - dies heißt jedoch nicht das ein Rückkauf den Fehler beheben oder ausbessern würde. Ich werd mir mal in den nächsten Tagen genauer ansehen, ob der Energietisch tatsächlich ein besseres Angebot ist als der aktuelle Stand



  • Eine Genossenschaft ist kein staatlicher Betrieb. Es gibt höchstens Genossenschaften mit Anteilen der Kommune.
    Ansonsten haste recht.
    E.U.Wassermann

  • openPetition


    Zitat

    Einführung eines Referendums bei Privatisierungen im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge
    -


    Bei Privatisierungen von Unternehmen der öffentlichen Daseinsvorsorge sollten die Berlinerinnen und Berliner das letzte Wort haben. Das Abgeordnetenhaus Berlin wird aufgefordert, zwingende Volksentscheide bei Privatisierungen im Bereich der öffentlichen Daseinsvorsorge einzuführen. (Privatisierungsreferendum)


    Wer das auch vernüpftig findet, kann hier unterschreiben:

    [url]https://www.openpetition.de/petition/online/einfuehrung-eines-referendums-bei-privatisierungen-im-bereich-der-oeffentlichen-daseinsvorsorge
    [/url]

  • Da treibt der Herr Precht den FDP Lindner schon nett vor sich her.


    Da wird die Wettbewerbsfrage gestellt, wie weit geht die Konkurenz ist sie schon angekommen beim Partnerhopping im Freundeskreis und in der Familie.
    Und viele Fragen mehr.....


    Zitat

    Wer definiert, was in einer Gesellschaft gerecht ist und was ungerecht? Über diese Frage diskutiert Richard David Precht mit Christian Lindner, Chef der NRW-FDP und studierter Philosoph. mehr auf zdf.de / heute.de



    http://www.zdf.de/ZDFmediathek…Lindner:-Was-ist-gerecht?

  • Harald Welzer schreibt in seinem Buch Selbst den­ken



    Ich frage mich, sollte das mir zu denken geben, ich denke nein. ;)

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  • Harald Welzer schreibt in seinem Buch Selbst den­ken



    Ich frage mich, sollte das mir zu denken geben, ich denke nein. ;)





    Ist ja albern die Ausführung, die unterstellt das sich andere gar keine oder sogar schlechte Gedanken machen, ich habe da eine andere:


    Der Gutmensch möchte mit seinen tausenden guten Ideen die Welt verändern und die Menschen nach seinen Sinne gestalten.
    Er will das aber möglichst nicht selber bezahlen und möchte von den auftretenden Folgen verschont bleiben.
    E.U.Wassermann

  • Wir sind die Menschen, die wie Kühe auf einer Wiese stehen, Kopf gesenkt sich vollfressen und bei einem Bankencrash kurz den Kopf heben, aber aus Bequemlichkeit den Arsch nicht hoch bekommen.
    Ich finde es treffend und notwendig, wenn schon so ein Begriff wie Gutmensch erfunden worden ist, den Begriff Schlechtmensch zu definieren. Welzer meint alle Hinnehmer sind Schlechtmenschen, das ist doch ein Anfang.

  • Die Flaschenpost von Futurezwei Ausgabe 04/2013 schreibt:


    Ausgabe #04.2013
    Nachtijall, ick hör dir trapsen: In Berlin häufen sich die Indizien, dass die Energiewende nicht im Modus Heia-Popeia-Wir-wollen-es-doch-alle vonstatten gehen wird. Nicht alle sind dafür; die ökologische Gesellschaft hat auch Feinde. Denn am alten System hängen Macht und wirtschaftliche Interessen. Damit das nicht zu deutlich wird, errichten die Wahrer dieser Pfründe ihre Barrikaden still und leise. Und wie: die Konterrevolution instrumentalisiert unsere Kinder.


    Dit is nämlich so: In Berlin läuft ein Volksbegehren, die Stromversorgung soll zurück in kommunale Hand. Gleichzeitig strebt eine Genossenschaft an, das Stromverteilnetz oder Teile davon gleich selbst zu kaufen. Die Schlachtrufe lauten: Das Netz öffentlich oder durch ein bürgereigenes Unternehmen betreiben, Strom aus erneuerbaren Quellen bevorzugen, Energiearmut beseitigen, Energieeffizienz fördern, die Wertschöpfung in der Stadt behalten. Klingt gut, klingt energiewendig, kann jeder wollen.


    Denkste! Einer will es um keinen Preis: Der Vattenfall-Konzern. Der sitzt aktuell auf dem Netz und kurbelt Strom durch die Berliner Leitungen. Weil aber auch Vattenfall es sich nicht leisten möchte, offen gegen eine Ergrünung und Demokratisierung der Stromversorgung zu wettern, spielt der Konzern subtil über Bande: über unsere Kinder. Kleine Jungs können sich ihren Bauklötzen nur dann ruhigen Herzens widmen, wenn die alerten Experten von Vattenfall über das Netz wachen; süße Mädchen dürfen ausgelassen hüpfen, weil Vattenfall ihnen die Last der Sorge um die Versorgung von den Schultern nimmt. [1]


    Glücklich ist, wer sich von Verantwortung fern hält – diese Botschaft strahlen die Vattenfall-Plakate in die Stadt. Die eigene Verantwortung hat der Konzern gleich mit verschleiert: Just firmierte sich die zuständige Unternehmenstochter Vattenfall Europe Distribution Berlin in die wunderbar neutrale Stromnetz Berlin GmbH um – klingt doch schön heimatverbunden. Hatte irgendjemand was von Vattenfall gesagt? [2]


    Jetzt geht’s los! Zeit, sich zu entscheiden: Wer saubere, in anstrengenden Verfahren selbstverwaltete Energie will, der unterschreibe (sofern in Berlin gemeldet) [3] oder schippe soviel Asche wie möglich in die Hauptstadt – von überall her, denn in dieser Sache sind wir alle „ein Berliner“ [4]. Wer sich lieber zurücklehnen und den Fachleuten des Atom- und Braunkohleunternehmens Vattenfall die Kontrolle überlassen möchte, dem wollen wir nicht helfen.


    Und ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn das Licht angeht.

  • bin so frei...


  • ...Berlin wieder: zumindest die Sprecherin im Video gibt offen zu, dass die "erneuerbare Energie" aus "der Region" stammen soll, die dieses Stadtwerk, also das große, das man wünscht, für die "Berlinerinnen und Berliner" bereitstellen soll. Das heißt im Umkehrschluss: weitere, größere Windräder wo? In Brandenburg! Weitere "Solarparks wo? Na, ihr wisst schon. Und auch die Biogasanlagen werden dort entstehen, wo sie dem Berliner zumindest nicht stinken... Dafür dürfen dann in Brandenburg 1000e Arbeitsplätze (direkte wie indirekte) in der Braunkohle wegfallen, zumindest mittelfristig. DANKE, "Energiewende" - danke Berlin (schon vorab)!

  • ...Berlin wieder: zumindest die Sprecherin im Video gibt offen zu, dass die "erneuerbare Energie" aus "der Region" stammen soll, die dieses Stadtwerk, also das große, das man wünscht, für die "Berlinerinnen und Berliner" bereitstellen soll. Das heißt im Umkehrschluss: weitere, größere Windräder wo? In Brandenburg! Weitere "Solarparks wo? Na, ihr wisst schon. Und auch die Biogasanlagen werden dort entstehen, wo sie dem Berliner zumindest nicht stinken... Dafür dürfen dann in Brandenburg 1000e Arbeitsplätze (direkte wie indirekte) in der Braunkohle wegfallen, zumindest mittelfristig. DANKE, "Energiewende" - danke Berlin (schon vorab)!


    ....und die brandenburger Kiefer wird zu stinkenden Hackschnitzeln verarbeitet und zu Ökostrom für die berliner Gutmenschen gemacht, rangekarrt über hunderte von Kilometern, mit 40-Tonner Lkw's...:-))) :crazy

    "Die erste Generation schafft Vermögen, die zweite verwaltet Vermögen, die dritte studiert Kunstgeschichte, und die vierte verkommt."

    Otto Fürst von Bismarck

  • Sorry @wow, nach meiner Überzeugung gehören Stromwege, Wasseraufbereitung, Straßen, Schienenwege die so genannten Commons, Allmende oder Gemeingüter nicht in private Hände.
    Da teilen sich mal wieder unsere Auffassungen.


    ...mal unbedingt - denn auch ich meine, dass "notwendige" Infrastruktur möglichst nicht privatisiert werden sollte. Was tatsächlich "notwendig" ist - darüber ließe sich ggf. trefflich streiten (mir. z. B. fiele der eine oder andere Autobahnabschnitt ein, der ruhig privatisiert werden könnte, solange man die jeweiligen Zielorte wie auch jene Orte an der Strecke auch auf anderen Wegen erreichen könnte - nur so als Beispiel).


    Was ich aber TROTZ dieser grundsätzlichen Haltung höchst ärgerlich finde ist eben der Teil des von dir verlinkten Videos, (und nur dazu lasse ich mich oben ein) der deutlich macht, dass die dafür wohl verantwortliche Tusse (Jg. 81 :rolleyes: ) sich einen Deibel darum schert, zu wessen Lasten das Schöne, das sie sich da quasi on Top wünscht, geht.


    Sowas finde ich - im wahrsten Sinne des Wortes - a-sozial. Soll Berlin sich seine Stromnetze zurückkaufen. Meinetwegen. Die seinerzeitige Privatisierung war auch in meinen Augen falsch. Darüber hinausgehende Inhalte aber sollte man sich fairer Weise nur wünschen (und ggf. mit darüber Abstimmen Anfang November), wenn das auch dem Nachbarn nicht wehtut :)

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