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Weltstadt Berlin ! Was geht ab Keule ?

  • Tja, wie lautet die Erfolgsformel für die Zukunft nun?

    - Mehr Menschen + mehr Autos = mehr/bessere Straßen, mehr Parkplätze? oder

    - Mehr Menschen + weniger Autos = besserer ÖPNV? oder

    - Mehr Menschen = Fahrradwege für alle und überall? oder, oder, oder...

    Ich weiß es auch nicht, aber ich persönlich habe dem Berufspendler-Straßenverkehr seit über 4 Jahren abgeschworen. Und obwohl bei Bus/Bahn/Tram längst nicht alles glattläuft, bereue ich es nicht. Leidtun können mir heute am ehesten die, die aus verschiedensten Gründen auf das Fahrzeug angewiesen sind. Für alle Bequemlichkeitsfahrer, die sich bei komplettem Bewusstsein und mit voller Absicht jeden Tag in Staulawine einreihen, hält sich mein Mitleid in Grenzen.

  • Reh : keine dieser Gleichungen ist eine "erfolgsformel".


    die einzige langfristig geltende erfolgsformel lautet: passe dich den sich ständig ändernden rahmenbedingungen an. gestalte die variablen so, dass das bestmögliche unten herauskommt.


    dogmatische, eindimensionale Herangehensweisen (wie z.b. mehr Autos = x, weniger Autos = y) sind niemals "erfolgsformeln".


    EISERN

    2016 wurde der Beginn des Anthropozäns ausgerufen. 2018 leben wir inzwischen im Hysteriozän.

  • ruepel : Das weiss ich doch alles selbst. Aber danke für Belehrung! ;)

    Berlin wächst seit 2011 jährlich fast um die Größe der gesamten Stadt Frankfurt/O. Wer da glaubt, dass es eine Tangente hier, eine Autobahnverlängerung dort, 2 neue Spreebrücken oder 50 km Radweg richten werden, um dem ständig zunehmenden Verkehr Herr zu werden, der macht es sich natürlich zu einfach.

    Existierende Stadtbebauung bzw. vorhandene Flächenkapazitäten stellen einfach eine natürlich Grenze für den uneingeschränkten Individualverkehr dar. Von daher glaube ich eher nicht an eine Gesamtlösung, die darauf hinausläuft, dem Wachstum hauptsächlich straßenbaulich zu begegnen. Investitionen in ÖPNV kosten Zeit und Geld, dazu kommt eine gesunde Abneigung vieler gegenüber Bus und Bahn.

    Daher ja auch meine vielen Fragezeichen. Wenn ich selbst nur Antworten hätte...

  • Grund für die Veränderung des Straßenverlaufs sind meines Wissens nach geplante neue Wohnquartiere.


    Natürlich ist es mehr als ärgerlich, wenn sich der Druck auf den Straßenverkehr noch weiter erhöht. Allerdings fehlt

    in der Hauptstadt Wohnraum. Egal was der Senat versucht, diesen Wohnraum zu schaffen, stößt er auf Widerstand, kollidiert er mit anderen Interessen.


    Bevor weiteres Grün geopfert wird scheint mir eine weitere sinnvolle Verdichtung von Wohnraum in bestehender Infrastruktur das geringere Übel zu sein.



  • Wie gesagt, ich bin ein Gegner der Verdichtung und es hat für mich etwas mit Lebensqualität zu tun und noch ist Berlin für mich in dieser Beziehung nicht verloren. Ich wünsche keinem das vor seinem Fenster noch ein Schattenspender gebaut wird. Das Bild zeigt Neubauten in der Yorkstr. Da lohnt es sich nicht einmal eine Wäscheleine zwischen den Blöcken zu spannen.

    Mit einer sehr guten Infrastruktur könnte man meiner Meinung nach am Rande von Berlin neue Wohnquartiere entstehen lassen und mit ausgebauten Zugtrassen und guter Taktung anbinden.


    Eiserne Grüße

    In Erinnerung an die im WKll gefallenen Spieler vom FC Viktoria Schneidemühl u.a. mein Großvater Paul Dumke

  • Auch wenn es hier nicht so populär ist gefällt mir diese Verdichtung der historischen Mitte von Berlin.

    Diese in dem Bereich zu lockere Bauweise erinnert zu sehr an die sozialistische Bauweise in den Ostdeutschen Städten.

    Am Nikolaiviertel hab ich Mitte der 80er Jahre mitgebaut, hat auch Spaß gemacht.

    Leider haben wir in der Mitte von Berlin nicht viel Altstadt wenn ich da an die Rathauspassagen , Fernsehturm , Bauten an der B2 Karl Liebknechtstrasse??? denke. Andere Spreeseite wo die Petrikirche stand sieht es nicht besser aus.

  • Eine alimentierte Enklave mitten im Feindesland + ein zusammengebrochenes Wirtschaftswrack des Sozialismus, während sich (vor allem) die südwestdeutschen Bundesländer über den Zuzug der alten Berliner Industrieschlachtrosse nach dem Krieg freuen durften.

    Die Erkenntnis ist weder neu noch überraschend. Spannend scheint vor allem der Aspekt zu sein, dass es offensichtlich mehr als eine Generation braucht, um den historisch bedingten Rückstand aufzuholen.

  • wie fast alles auf der welt hat auch das vor- und nachteile. der "vorteil": in der relativ schwachen wirtschaftskraft berlins spiegelt sich, dass deutschland ein förderales land ist mit mehreren starken zentren. gerade in zentralistischen ländern wie spanien, england, Frankreich hat sich in den vergangenen jahren eine wachsende lücke zwischen florierender hauptstadt und wirtschaftlich zunehmend abgehängtem "flachem land" gebildet; was tendenziell eher die probleme verschärft als verbessert. siehe spaltung der bevölkerung Britanniens. in England z.b. schimpft ja schon seit Jahrzehnten der rest des landes auf london und den "reichen süden".


    EISERN

    2016 wurde der Beginn des Anthropozäns ausgerufen. 2018 leben wir inzwischen im Hysteriozän.

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  • Berlin hat auch das Alleinstellungsmerkmal das das Publikum 1943 im Sportpalast ganz laut ja brüllte, als es gefragt wurde ob sie die totale Zerstörung ihrer Hauptstadt wollen.

    Na ja, so besonders war das ja auch nicht. Goebbels hätte diese Rede mitsamt den frenetischen Reaktionen des Publikums an jedem x-beliebigen Ort des Großdeutschen Reiches halten können.

  • Ich bezweifele ganz stark, dass damals im Sportpalast besonders viele echte Berliner waren. Das kennt man ja aus Diktaturen, dass neben den schon in der Hauptstadt aus dem ganzen Land zugezogenen Bonzen sowie Abordnungen bzw. Delegationen aus dem gesamten Land aufgeboten werden.

    Krücke hatte damals wahrscheinlich nicht teilgenommen https://www.youtube.com/watch?v=0ujSE_UWXNY

    UNVEU

    „Vierter zu werden, ist wie vögeln, ohne zu kommen!!!” Das Zitat bleibt bis zum nächsten Aufstieg! MM, übernehmen Sie!
    Torsten Mattuschka - Fußballgott

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