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Leverkusen - Union (Pokal)

  • Jetzt steht hier: Zum Spiel ist alles gesagt. Na toll. Ich komm nach Zugfahrt und Ausschlafen und Spätdienst jetzt erst dazu. Aber gut. Ich kann ja auch nicht alles durchlesen, was hier schon steht.

    Der Trainer sagt, tolles Spiel meiner Mannschaft, über 70 min keine Fehler gemacht.

    Also ich kann mich an zwei Szenen erinnern, Anfang der 2. Hälfte, so bis zur 55 min, einmal Friedrich, der läuft und läuft und dann am gegnerischen 16er der Ball verliert, vertändelt, da ging aber die Post ab. So schnell kam er dann selbst gar nicht mehr hinterher und konnte als er zurück war, sich nur noch entschuldigen. Und in einer anderen Situation war es, glaube ich, Bülter, auch mit so einem Ballverlust, tief in der gegnerischen Hälfte, die Mannschaft schön aufgerückt und letztendlich großes Glück, das es nicht bestraft wurde. Und letztendlich auch die Szene, die zur Roten führte, Ballverlust bzw. zu weit prallen lassen, jedenfalls war der Ball nicht mehr am Fuß und das alles am gegnerischen Strafraum. Was haben wir da eigentlich gemacht bzw. zu suchen? Das 2 Null ist schon klar. Aber, ich denke, Leverkusen hat uns gelockt. Sie hatten umgestellt und einen tollen taktischen Kniff. Sie wußten, sie brauchen mehr Platz für ihr Spiel, sie mußten sich Räume schaffen, in die sie dann reinspielen und reinlaufen können.

    Also haben sie tiefer gespielt. Haben uns gelockt, so dass die Räume zwischen unseren Reihen, die wirklich super eng in der ersten Hälfte waren, größer wurden. Und wir haben gedacht, wir kommen ja ungehindert bis an die Box, was sind wir gut, können wir aufs Zweite gehen, den Sack zu machen. Hätte ja auch klappen können. Aber ich denke, es war ein toller taktischer Kniff von dem Bosz, da kann nicht nur die Mannschaft aus dem Spiel lernen.

    Geklappt hat es für Leverkusen allerdings erst, als Lenz raus war, das muß auch gesagt sein. Dann gings aber ganz schnell, Bülter war noch nicht richtig hinten, wo Parensen war, weiß ich nicht mehr. Und der Bellarabi schon wieder, wäre ja auch fast vorbeigegangen, dann hätten wir uns noch sortieren können. Jetzt hat er uns zweimal eingeschenkt, ich mag das nicht so, wird der nicht vielleicht im Sommer frei, der sitzt doch bei Werkself eh nur auf der Bank? Aber ihn und Diaby bringen, die Geschwindigkeit wie der Bosz sagt, und dann die Systemumstellung, das war schon ein Schachzug.

    Wir haben von Anfang an Pokal gespielt, es gibt nur ein Spiel, raus oder weiter. Leverkusen kam nicht zum Zug, weil wir wirklich sehr gut waren. Und das Tor, Bülter angelt sich den Ball, rennt los, wenn der den Ball hat, gehts irgendwie immer sofort Richtung Tor, hebt den Kopf und serviert genau auf den Kopf, auf den von Ingvartsen. War tolles Tor.

    Trimmel ist, glaube ich, keiner fürs Einwechseln. Es sah so aus, als ob er erstmal Anlauf brauchte, da stands dann aber schon 2:1.

    Beim dritten hat dann Parensen den entscheidenden Kopfball an der Mittellinie verloren, dann gings auch ganz schnell.

    An sich hätte ja Leverkusen nervös werden müssen, bis zur 70 min noch nichts gerafft, keine Schwächen bei uns, ihnen hätte ja eigentlich eher die Nerven durchgehen können, eben raus oder weiter, wenn wir sie noch länger hätten hinhalten können. Eigentlich wären sie ja der natürliche Kandidat für eine Rote gewesen. Das haben wir ihnen abgenommen. Daraus gilt es zu lernen, wie der Trainer sagt.

    Aber dass sie für eine derartig dürftige Leistung noch belohnt werden, ist schon ärgerlich. Dass sie, geht doch, denken können. Das ist doch Glück oder doch Klasse?

    Dafür sollen sie jetzt das Holperrasenspiel in Völklingen bekommen, dann werden sie noch bedauern, dass sie nicht schon gegen uns ausgeschieden sind. Und wenn sie bestehen, na gut, dann ist es vielleicht verdient.


    Eisern

  • Mein Leverkusener Kollege sagte nur trocken, das Union selber Schuld ist, die Ampelkarte war absolut überflüssig (nun gut das wissen wir auch), das ein Bellarabi sich solche Chance nicht entgehen lässt. Zu den Zuschauern, er meinte gegen Porto waren auch nicht mehr da, sind halt viele ältere Leute, die eventuell auch wegen Corona da nicht hingehen und die sowieso nie Stimmung machen.

  • Mein Leverkusener Kollege sagte nur trocken, das Union selber Schuld ist, die Ampelkarte war absolut überflüssig (nun gut das wissen wir auch), das ein Bellarabi sich solche Chance nicht entgehen lässt. Zu den Zuschauern, er meinte gegen Porto waren auch nicht mehr da, sind halt viele ältere Leute, die eventuell auch wegen Corona da nicht hingehen und die sowieso nie Stimmung machen.

    Bellarabi lässt sich solche Chancen an sich schon öfter mal entgehen, nur nicht gegen Union ;-)


    Angst vor Corona war gegen Porto anscheinend noch kein Thema, da waren 8.000 Leute mehr im Stadion, und das obwohl der hier

    auf dem Platz stand.


    ;)

  • Völlig aus der Luft gegriffen ist der Begriff "Plastikclub" allerdings nicht, wenn man berücksichtigt, was die Bayer AG viele Jahrzehnte lang (beispielsweise in der Sparte, die heute Lanxess heißt) so alles hergestellt hat. 8)


    Im Ernst: Bayer ist für mich persönlich der letzte noch akzeptable Konzernclub aufgrund seiner weit zurückreichenden Historie als Betriebssportgemeinschaft. In der DDR hätte dieser Verein schlicht BSG Chemie Leverkusen geheißen. Auch das wäre nicht besonders attraktiv gewesen (Chemie Buna Schkopau oder Chemie PCK Schwedt waren auch keine fußballerisch attraktiven Knaller aus Luftkurorten), aber zumindest für mich gerade noch an der Grenze des Erträglichen.


    Was man Bayer Leverkusen allerdings vorwerfen kann, ist, dass sie in heiklen verbandsinternen Auseinandersetzungen - etwa um 50+1 oder um die exklusive Zulassung des Sonderweges RB Makranstädt - immer auf der Seite der Klonclubs bzw. letztlich immer auf Seiten der Investoren standen.

  • Völlig aus der Luft gegriffen ist der Begriff "Plastikclub" allerdings nicht, wenn man berücksichtigt, was die Bayer AG viele Jahrzehnte lang (beispielsweise in der Sparte, die heute Lanxess heißt) so alles hergestellt hat. 8)


    Im Ernst: Bayer ist für mich persönlich der letzte noch akzeptable Konzernclub aufgrund seiner weit zurückreichenden Historie als Betriebssportgemeinschaft. In der DDR hätte dieser Verein schlicht BSG Chemie Leverkusen geheißen. Auch das wäre nicht besonders attraktiv gewesen (Chemie Buna Schkopau oder Chemie PCK Schwedt waren auch keine fußballerisch attraktiven Knaller aus Luftkurorten), aber zumindest für mich gerade noch an der Grenze des Erträglichen.


    Was man Bayer Leverkusen allerdings vorwerfen kann, ist, dass sie in heiklen verbandsinternen Auseinandersetzungen - etwa um 50+1 oder um die exklusive Zulassung des Sonderweges RB Makranstädt - immer auf der Seite der Klonclubs bzw. letztlich immer auf Seiten der Investoren standen.

    Die die Plastik herstellen heissen Covestro und nicht LANXESS. Beide sind Kunden von mir.

  • Was man Bayer Leverkusen allerdings vorwerfen kann, ist, dass sie in heiklen verbandsinternen Auseinandersetzungen - etwa um 50+1 oder um die exklusive Zulassung des Sonderweges RB Makranstädt - immer auf der Seite der Klonclubs bzw. letztlich immer auf Seiten der Investoren standen.

    Was allerdings kein Wunder ist, waren doch die Pillendreher die Ersten, die 50+1 auf Grund der Ausnahmeregel aushebeln durften. Sie waren also die Vorreiter in dieser Sache.:thumbdown:

    "Wenn einer, der mit Mühe kaum, geklettert ist auf einen Baum,
    schon meint, daß er ein Vöglein wär,
    so irrt sich der." (W.Busch)

  • Reklame:
  • Fraglos. Trotzdem würde ich es differenziert sehen. Es gab viele Vorreiter. Wer spricht heute in diesem Kontext noch von Vereinen wie Eintracht Braunschweig (Jägermeister Braunschweig), von Vereinen wie OLI Bürstadt, Chio (=Waldhof) Mannheim oder Gummi Mayer Landau?


    Alle diese Vereine haben Grenzen ausgereizt oder auszudehnen versucht; teils lange bevor Bayer Leverkusen erstmals in die Bundesliga aufstieg.


    Die Bayer AG unterhielt m.W. zeitweise deutlich über 30 lokale Sportvereine, von denen bis in die 1970er Jahre Bayer Leverkusen nur einer war. Gleichwohl spielte Bayer Leverkusen zwischen 1963 und 1974 in der "Regionalliga West"; damals regional die höchste Spielklasse - also lange bevor Matteschitz oder Hopp überhaupt die Kohle für ihre Spielzeuge verdient hatten.

  • Fraglos. Trotzdem würde ich es differenziert sehen. Es gab viele Vorreiter. Wer spricht heute in diesem Kontext noch von Vereinen wie Eintracht Braunschweig (Jägermeister Braunschweig), von Vereinen wie OLI Bürstadt, Chio (=Waldhof) Mannheim oder Gummi Mayer Landau?


    Alle diese Vereine haben Grenzen ausgereizt oder auszudehnen versucht; teils lange bevor Bayer Leverkusen erstmals in die Bundesliga aufstieg.

    Das ja, aber 50+1 ist dort nicht beseitigt worden. Das Vereine versuchen Regeln aufzuweichen ist das eine, aber Schuld ist ja im Grunde der, der das mit Regelausnahmen möglich gemacht hat. Also der DFB.

    "Wenn einer, der mit Mühe kaum, geklettert ist auf einen Baum,
    schon meint, daß er ein Vöglein wär,
    so irrt sich der." (W.Busch)