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Fußballlose Zeit überbrücken - Geschichten von Unionern für Unioner

  • Valkeakoski


    Was für eine Zeit. Im Pokalfinale gegen Schalke hatten wir als Regionalligist grandios dagegengehalten, leider hatte dieser Jörg Böhme was dagegen. So konnte der "Meister der Herzen" (was für ein Begriff) wenigstens den Pokalgewinn feiern. Und da Schalke als 2. der Tabelle für die Champions Ligue qualifiziert war, freuten wir uns auf Europa.


    Union im UEFA-Cup, unsere 2. Chance nach 1968, als uns damals die politische Lage einen Strich durch die Rechnung gemacht hatte.

    Alle fieberten der Auslosung entgegen, die uns letztendlich (oder sagt man heute als Unioner besser schlussendlich) den finnischen Meister HAKA Valkeakoski bescherte.

    Ich dachte bei mir, Valkeakoski, da kommst du doch nie hin. Doch mein Verein schnürte ein Paket mit Charterflug und Eintrittskarte, an einem Tag früh hin, abends zurück.


    Erst mal an eine Karte rankommen, besser an zwei, denn ich wollte meinen großen Bruder (älteren Unionern noch als Ente bekannt, seit 1968 Unionfan) mitnehmen, sozusagen als Dankeschön, dass er mich damals ,mit zu Union genommen hat (der Unionvirusüberträger sozusagen).


    Verrückt, wie die Unioner so sind, wurde sich schon am Abend vor dem Beginn des Kartenverkaufs angestellt, besser gesagt, die "Kranken" machten dort Camping.

    Ich also am nächsten Morgen zur Öffnungszeit hin, mich an das Ende der Schlange angestellt. Hinter mir kam dann zum Glück keiner mehr.

    Und es kam, wie es kommen sollte, als ich dran war, gab es noch 2 Karten, die letzten 2. Nach einiger Diskussion, der Mensch an der Kasse wollte mir nur eine geben, bekam ich dann doch alle beide (wie gesagt, hinter mir kam keiner mehr).


    Ab nun also Vorfreude. Bis zum 11.September 2001. Was da passierte, weiß jeder. Sollte Unions EC-Debüt tatsächlich wieder der politischen Lage zum Opfer fallen? Und ich diesmal mitten drin? Die Europapokalwoche wurde zu meinem Glück um eine Woche verschoben. Die Unioner, die schon angereist waren oder auf dem Weg dorthin, hatten nicht so ein Glück.


    Also am großen Tag morgens mit dem Auto nach Schönefeld, Atze und ich. Dort angekommen, unter die Unioner gemischt. Da war auch einer bei, der hatte einen DDR-Schal dabei und wurde gleich mal von einem Unioner, der die DDR-Zeit scheinbar nicht in so guter Erinnerung hatte, angepflaumt, den schön wieder wegzupacken.


    Mit dem Flugzeug ab nach Tampere, dort in den Bus (unseren blonden Busfahrer haben wir gleich Mika Häkkinen getauft, so fuhr er auch). Ein paar Jungsche haben bei der Ankunft in Valkeakosi vom Busfahrer gleich wissen wollen, wo sich das nächste Bordell befindet, keine Ahnung, ob sie dann dort waren.


    Auf dem Marktplatz in Valkeakoski stand ein (schwarzer) Kleinbus mit Berliner Nummer, Türen auf, Unionhymne in voller Laustärke, überall Fahnen und Unioner.

    Lauter staunende Valkeakosijaner.


    Ich bin mit Atze (beide mit den roten Perücken) durch das Städtchen gestreift, wir waren im Fußballmuseum (dort hing schon ein Unionwimpel), wir haben am See einen gebildeten finnischen Penner mit Fahrrad getroffen (der konnte finnisch - logisch, englisch und ein bisschen deutsch), der hat uns aus einem Kanister was zu trinken angeboten, haben wir aber abgelehnt, wir wollten ja noch das Spiel sehen.


    Schönes kleines Stadion (wie wir es ein paar Jahre später in der OL-Saison auf dem Dorfe öfter antreffen sollten), Muttis hatten Tapeziertische aufgestellt, wo es Kuchen und Würste gab, der Fanshop wurde geplündert (von einigen, die sich nicht benehmen konnten im wahrsten Sinne des Wortes) und wir haben die schöne Holztribüne eingenommen.

    André Rolle hat die Mannschaftsaufstellung für uns verlesen und dann haben wir Support über 90 Minuten gemacht. Jeder, dem was eingefallen ist, hat angestimmt und alle haben mitgemacht.


    Der mit dem DDR-Schal hat seinen blöden Schal wieder vorgeholt, der, der ihn schon am Flughafen angepflaumt hatte, hat ihm das Ding weggenommen und angezündet. Kamen gleich zwei Ordner wegen Brandschutz und haben ihn abgeführt, aber gleich wieder freigelassen.


    Auf der Haupttribüne hat die Valkeakoskifankapelle Blasmusik gespielt und wir haben ein 1:1 geholt.

    Der Trainer der Gastgeber hat hinterher gesagt, die Unioner haben mehr Stimmung gemacht, als die Liverpooler, die hier vorher in der CL-Quali 3:0 gewonnen hatten, es war die beste Stimmung seit Jahren.

    Rückzu hat Atze dann im Flughafen Tampere noch eiskaltes Wasser aus dem Wasserspender getrunken, was ihm nicht bekommen ist, so dass er die Flugzeugtüten gewässert hat und ich zwei Essen hatte. Alle Unioner um uns rum haben ihm Kotztüten gespendet, die Stimmung war grandios.

    Dem Flugkapitän hats auch Spaß gemacht, jedenfalls hat er es bei der Verabschiedung behauptet.


    Union im Europapokal - Europapo.... und ich war beim ersten Mal dabei. Das kann mir keiner mehr nehmen, ich hab immernoch Gänsehaut, wenn ich dran denke.


    Das Rückspiel haben wir dann im Jahntierpark vor einer für heutige Verhältnisse lächerlichen Kulisse 3:0 gewonnen und sind damit in die 2. Runde eingezogen.


    Dort ging es gegen Litex Lowetsch aus Bulgarien (weiß nicht, ob es die heute überhaupt noch gibt), aber das ist eine neue Geschichte, die kann ein anderer Unioner erzählen...

  • Zu viert an einem verregneten Sonnabendmorgen zum Auswärtsspiel nach Nürnberg...

    Alles wie immer Max-Morlock-Gedächtnisstadion in der Lebkuchenstadt??

    Zunächst mitnichten: Roter Pyrorauch, 'ne schöne Zettelchoreo und eine 2:0-Halbzeitführung bei den bis dahin für uns unschlagbaren Glubberern...Unionherz, was willst du mehr!!<3

    Die sechs Gegentore in Halbzeit zwei trotzdem tapfer weggesteckt, Mannschaft getröstet und ab ins Auto...zur nächsten Nürnberger Tanke. Und wer kassiert dort ab?

    Ein lächelnden junger Mann in Uniontrikot 8|!!! Kurzes Schwätzchen (Student aus Beelitz)... Musste sich sicher vor und vor allem danach von der Nürnberger Laufkundschaft einiges anhören.... Die Begegnung ließ uns irgendwie die deftige Niederlage leichter verschmerzen....;)

  • Erstmal Dank an Maddow, coole Idee. Sicher hat hier der Eine oder die Andere, es ist ja ein sehr gefülltes Forum, ein Paar Geschichten aus dem Fanleben bereits abgeliefert. Mich selbst bewegen 2 Geschichten, die natürlich Hardcore Fans immer toppen können. Ich wollte eine aus der jungschen Fanzeit berichten, als es noch 2 Reihen Bullen vonne Knüppelgarde zwischen dem Gästeblock und uns gab, sowie von einem legendären Auswärtspokalspiel, was nur wegen fehlendem Elfmeterschusstraining verloren wurde. Und immer wieder: Die ideenreiche Unterstützung des eigenen Vereins und das auf die Schippe zu nehmende Gegnervolk, samt Verein.

    Als ich eine der ersten Male im Stadion war, damals ging es noch auf die Wuhleseite neben dem Gästeblock in den heutigen Sektor 4, hatte es geschneit. Hansa Rostock war der Gegner, 50 Hansels als Fans waren mitgereist, 2 Reihen Knüppelgarde als deren Schutz. Die 50 Hansels waren doch der Meinung, weil irgendetwas auf den nordischen Magen schlug, aus Schnee Schneebälle zu machen und diese auch noch zu benutzen- gegen uns. Wat für 50 Trottels. Die dachten wohl, dit können nur sie selbst. Es folgte die schönste Schneeballschlacht. Natürlich musste die Knüppelgarde das aus beruflichen Gründen unterbinden, nur nutzten die für die "Wiederherstellung der Sicherheit" keine Schneebälle- paar Koppschmerzen links und rechts verteilt und es war wieder Ruhe und fliegende Schneebälle Geschichte. Dann versuchten die 50 Gescheiterten noch den FC Hansa zu unterstützen. Nu lass mal 50 Hansels HANSA rufen, aber es schallt eben vom Rest im Stadion KEKSE zurück. Na, da hamse ooch die Lust verlorn...

    Und meinem Kumpel Schnuppi möchte ich hier hoch und heilig danken, für die schönste Auswärtsfahrt in meinem Leben (in irgendeinen Siduna Ignal Park). Das war ja zuerst alles sekundär, da es für mich meine erste Auswärtsfahrt, ja ihr dürft anerkennend lachen, mit 48 Lenzen war. Wat da los war, die Meissten kennen es von euch, herrlichste Stimmung. Gar nicht auszudenken, wenn Skrybszki das Ding eingehauen hätte, nachdem er Weidenfeller schon ausgespielt hatte...

    Leute, schreibt eure Geschichten, damit wir durchhalten. Danke an die Köpenicker Szene für den schönen Support der Rettungs- und Hilfskräfte in Köpenick. Ick hab Pippi inne Augen, nur wenn ich daran denke.

  • Es gab mal ein Auswärtsspiel in Cottbus, da hat die Polizei eine 3 km Bannmeile rund um das Stadion gezogen, in der kein Alkohol verkauft werden durfte, egal was, egal an wen. Ich wollte mit meinem Freund Mikki noch ein Bier trinken vor dem Spiel. Nichts! Keine Kneipe, keine Tanke! Wir sind dann hoffnungsvoll in einer Bowlingbahn gelandet. Auch nichts! Wir haben bei der netten Barfrau eine Cola getrunken. Die hat uns erzählt, wie angepisst die ganzen Bowler sind. Am Ende hat sie so ein bisschen verschwörerisch gesagt, an der nächsten Ecke ist eine Kneipe. Geschlossen! Klopft da doch mal an. 8o

    Wir zur nächsten Ecke, sechseckig, rundum Rolladen runter. Wir klopfen an die Rolladentür. Die geht halb hoch. Wir schlüpfen drunter durch. Drinnen im Halbdunkel lauter Cottbusser im Trikot. Wir 2 stehen da im Uniontrikot. Alle starren uns an. :D

    Nach dem kurzen Schock haben wir uns an einen Tisch mit rangesetzt und ganz nett mit den Cottbusern mit gedämpfter Stimme geplaudert. Irgendwie surreal.

    Aber das Bier hat allen geschmeckt. :beer

  • Es war 1982 nach dem Wiederaufstieg in die Oberliga.

    Auswärtsfahrt nach Leipzig gegen Lok - das Spiel haben wir relativ hoch verloren und für die Rückfahrt fehlte uns dann noch Alk. Speiche und ich sind dann im Bahnhof spekulieren gegangen, haben aber nichts gefunden und in die Bahnhofskneipe wurden wir nicht hineingelassen. Irgendwie hatten wir uns zeitlich verplant, liefen zum Bahnsteig zurück und sahen nur noch die Rücklichter des letzten Wagens.

    Wie üblich hatten wir zwar noch etwas Geld für Bier, aber für zwei Fahrkarten reichte es nicht mehr (ich war noch Lehrling). Im vollen Zug war das auch nie ein Problem, doch jetzt waren wir alleine unterwegs.

    Wir warteten also die nächste Bahn ab und stiegen hinter dem Schaffner in den Wagen. Er und seine zwei Trapos hatten uns allerdings bereits auf dem Bahnsteig bemerkt, denn wir hoben uns von der Masse ab - wie sich jeder denken kann. Wir fuhren also los und planten am nächsten Bahnhof außen auf dem Bahnsteig am Schaffner vorbeizulaufen, wenn er uns unterwegs zu nahe kommen sollte.

    Ich weiß gar nicht mehr, ob er noch in Bitterfeld hielt, aber zu der Zeit war es dann noch nicht bedrohlich. Weiter Richtung Jüterborg, sahen wir die Blauen Uniformen immer schneller in unsere Richtung kommen, wir liefen von Wagen zu Wagen, bis wir am Ende des Zuges standen. Irgendwann vor Jüterborg hatten sie uns dann eingeholt und der Schaffner stellte sich mit den beiden Trapos im Rücken breitbeinig vor uns hin und meinte süffisant: "Die Fahrkarten, Bitte!"

    Wir erzählten irgendwelche Geschichten, dachten, er würde unsere Daten aufnehmen und wir müssten eine saftige Nachzahlung leisten. Pustekuchen! - offensichtlich hatte sich das Trio unterwegs bereits anders besprochen. Ein Trapo zog die Notbremse, der Zug hielt auf freier Strecke und wir wurden, nachdem die Tür offen war, hinausgedrängt. Rechts und links des Bahndamms waren im Dunkeln nur Schrebergärten mit kleinen Lauben zu sehen, zwischen denen wir dann auf einmal standen. Wir wussten weder wo wir sind, noch wie wir in die nächste Ortschaft kommen.

    Zunächst sind wir dann den Zug entlang nach vorne gelaufen, um eine Wegverbindung senkrecht zu den Gleisen zu finden. Als wir uns kurz vor dem Postwagen befanden, der immer direkt an die Lok angehangen war, hörten wir Musik. Jemand öffnete von Innen eine Schiebetür und schaute von links nach rechts, weil er wohl wissen wollte, warum der Zug hielt. Plötzlich sah er uns in dem warmen Lichtschein und fragte in Rostocker Dialekt, was wir dort machen.

    Wir erzählten in knappen Worten, was passiert sei, er lächelte und meinte, sie feierten gerade Geburtstag und wenn wir Lust hätten, würden sie uns bis nach Lichtenberg mitnehmen.


    Beiderseits des Waggongs waren Innen an den Außenwänden lange Regalwände mit quadratischen Fächern aus Holz zu sehen, aus denen diverse Briefumschläge lugten. Davor gab es einen hölzernen Sortiertisch, der mit dieser Regalwand verbunden war - dunkel gebeiztes Holz, auf dem wir dann saßen. Insgesamt eine angenehme Atmosphäre.

    Von den vier Mann waren zwei aus Rostock und mehr oder weniger mit Hansa verbunden. Wir erzählten uns Fussball- und andere Geschichten, tranken Kümmelkorn und die Zeit verging wie im Fluge.

    Als der Zug in Lichtenberg hielt, stiegen wir, uns vorsichtig umschauend, wo sich die Trapo befindet, aus dem Zug, verabschiedeten uns herzlich und liefen in die entgegengesetzte Richtung der Blauen Uniformen den Bahnsteig hinunter, um eine S-Bahn Richtung Ostkreuz und dann Grünau zu finden.

    Riviera-Zeit!

  • Aufstiegsrunde 1975/76


    Die Aufstiegsrunde 1975/76 von der DDR-Liga zur Oberliga war die Spielrunde, die mich regelmäßig zu Union brachte.

    Vorher hatte ich ab 1973 vereinzelt Spiele besucht, weil meine große Atze Ente ja schon hinging und ich manchmal mit.


    Nun gab es seit Anfang der 1970er Jahre 5 Ligastaffeln und die jeweiligen Sieger mussten dann in einer Aufstiegsrunde mit Hin- und Rückspiel zwei Aufsteiger ausspielen.

    Union war 1976 schon zum 3. Mal dabei, war in den Vorjahren zweimal gescheitert. Nun sollte es aber soweit sein.


    Unsere illustren Gegner waren Hansa Rostock, Motor Werdau, Vorwärts Dessau und Motor Suhl. Abgesehen von Hansa Rostock weiß ich ehrlich gesagt nicht, ob es die noch gibt und in welchen Ligen die jetzt rumkrepeln.


    In meiner Klasse gab es zwar ein paar Sympathisanten, aber ich war der einzige echte Unionfan, wenn davon reden will. Einer meiner besten Freunde (mit dem ich heute übrigens immernoch best befreundet bin) mit dem schönen (damaligen) Spitznamen Hansa war aber auch an Fußball interessiert und deshalb wollte er gegen Hansa Rostock mitkommen.


    An Karten zu kommen war damals übrigens noch nicht so das Problem, auch wenn bei diesem Spiel bestimmt so 16-17.000 Zuschauer da waren.

    Wir standen damals immer hinter dem Wuhletor, die Gäste auf der Waldseite.

    Wir also in Wendenschloß in die Straßenbahn und bis Bahnhofstraße Ecke Lindenstraße gefahren und von da gelaufen, hinter der Wuhle rechts abgebogen und dann ins Stadion.

    Eintritt damals für Kinder 25 Pfennige, für Jugendlich 45 Pfennige und für Erwachsene 1,10 Mark, davon jeweils 5 Pfennige Kulturbeitrag oder so.

    Wir 13-jährigen Piepels sind glaube ich für 45 Pfennige reingekommen. Programm gab es auch (nicht so schick wie heute), das kostete glaube ich 20 Pfennige.


    Ich kann mich nicht erinnern, ob ich bei den Aufstiegsspielen vor dem Hansa-Spiel auch schon da war.

    Das Hansa-Spiel war jedenfalls der Hammer. Zur Halbzeit stand es 0:1 und auf den Rängen haben wir alle gerechnet. Beim Parallelspiel stand es auch ungünstig und wenn alles Weitere schlecht ausgegangen wäre, hätte es schon wieder nicht klappen können. Beim Hinspiel waren wir in Rostock 3:0 untergegangen.


    Es ging aber alles gut aus, Union machte den Ausgleich, dasParallelspiel ging auch zu unseren Gunsten aus und Union war so gut wie aufgestiegen.


    Große Freude bei allen Zuschauern. Das letzte Spiel der Aufstiegsrunde haben wir dann gegen Vorwärts Dessau mit 4:0 zuhause gewonnen, daran kann ich mich auch noch erinnern. Damit waren wir dann sogar relativ souverän aufgestiegen.


    Ich brauche wohl nicht zu erwähnen, dass mein Freund Hansa nach dem Spiel sofort Unionfan war und wir dann immer (und auch noch heute) zusammen hingegangen sind, auch in (für Union) schweren Zeiten. Er ist dann ziemlich schnell (und weit vor mir) Mitglied geworden. Hansa nennen wir ihn aber schon lange nicht mehr. Jetzt heißt er Orrie.


    Die Mannschaft von 1976 spielte dann eine ganze Weile zusammen in der Oberliga mit teilweise grandiosen Siegen auch gegen schier übermächtige Gegner.

    Die Spiel waren dann auch immer sehr gut besucht, die Stimmung war Klasse, viele Fahnen und später dann auch Schals, diese Mode schwappte aus England rüber und eine Strickoma hatte auch jeder und somit bekam man den selbstgestrickten, meist mehrere Meter langen Schal.


    Ich kann die Truppe heute noch fast komplett aus dem Gedächtnis aufsagen, spontan fallen mir Matthies, Weber, Bohla (kam später aus Cottbus), Rhode, Möckel, Werder, Netz, Papies, Paschek, Borchard, Treppschuh und natürlich Sigusch ein (ich habe jetzt übrigens nicht nachgeschaut - diese Erinnerungen wohnen bei mir in Stellen im Gehirn, die noch erforscht werden müssen). Das Mannschaftsbild taucht heute noch oft auch, z.B. bei der Saisonvorschau von 11Freunde.


    "Es gibt ein neuen Fußballstar, Sigusch von Union, alle Fans die kennen schon, Sigusch von Union, Sigusch, Sigusch, Sigusch von Union" war ein Fangesang nach einem damals bekannten Song für einen Kaubonbon aus der Westwerbung (der hieß Sugosch von Suchard oder so). Müsst ihr mal googeln.

    Sigusch war damals mein Held.


    Zum Auftakt der neuen Oberligasaison durften wir dann gleich gegen den späteren Serienmeister ran, die SG Dy Hohenschönhausen.

    Die ganze Chose wurde, warum auch immer, auf "neutralen" Boden verlegt, in die Zickenwiese, offiziell "Stadion der Weltjugend".


    Vor 45.000 Zuschauern gewann Union ein sensationelles Spiel mit 1:0, aber diese Geschichte will vielleicht ein anderer erzählen....

  • "Es gibt ein neuen Fußballstar, Sigusch von Union, alle Fans die kennen schon, Sigusch von Union, Sigusch, Sigusch, Sigusch von Union"


    Ich erinnere mich (wer kann diesen Ohrwurm jemals vergessen?).


    «Vor 45.000 Zuschauern gewann Union ein sensationelles Spiel mit 1:0....»


    Davon gefühlte 33.000 Unioner. Mein erstes Spiel, ich war 13 Jahre alt.


    Das «Rückspiel» gewannen wir dann ebenfalls mit 1:0. War dann zu DDR-Zeiten (wohl?) unser letzter Sieg gegen «die».

    «Das einzige Mittel im Kampf gegen die Pest stellt die Aufrichtigkeit dar.“

    Albert Camus, Die Pest

  • "Es gibt ein neuen Fußballstar, Sigusch von Union, alle Fans die kennen schon, Sigusch von Union, Sigusch, Sigusch, Sigusch von Union"


    Ich erinnere mich (wer kann diesen Ohrwurm jemals vergessen?).

    ...

    Das Lied kenne ich auch noch, obwohl ich mich damals noch nicht wirklich als Unioner bezeichnet hätte. Mit dem Union-Virus bin ich seit meinem ersten Besuch an der Alten Försterei im Jahr 1979 infiziert, aber die Inkubationszeit hat eine 'ne Weile gedauert.

  • Reklame:
  • Das Spiel gegen Hansa Kekse war mein erstes Spiel bei Union, gegen den Stasiverein das zweite.
    Aufstieg und das erste Spiel in der Oberliga gewonnen und so ging es ja bis heute in die 1. BL immer weiter.
    Trepschuh undBorchert würde ich etwas später vermuten.

  • Kennt ihr noch die Zeit wo wir in der Halbzeit ne Völkerwanderung rüber zum Tor wo Union in der 2.Halbzeit raufschießt gemacht haben.

    Da gabs hinterm Tor nicht so viel Alarm.

    Da gabs nur ein Ziel.

    Ick muss in den Mittelblock.

    Ich habe diese"Völkerwanderung" völlig normal mitgemacht, da wir ja kaum die Fans der Gegner als "Feinde" betrachten mussten, dies kam erst, so meine Erinnerung ab ca.:/ 1976...,

    kann mich aber auch irren, was das Jahr anbetrifft!

    „Du kannst jeden belügen, aber nicht die Fans.

    Es war mir eine Ehre, danke für die Anerkennung.“


    Damir Kreilach

    Geht nicht, gibt´s nicht!

  • Kennt ihr noch die Zeit wo wir in der Halbzeit ne Völkerwanderung rüber zum Tor wo Union in der 2.Halbzeit raufschießt gemacht haben.

    Da gabs hinterm Tor nicht so viel Alarm.

    Da gabs nur ein Ziel.

    Ick muss in den Mittelblock.

    Das hatte ich ganz vergessen. Aber jetzt, wo Du es erwähnst, tauchen diese «Wanderungen» wieder vor mir auf.

    «Das einzige Mittel im Kampf gegen die Pest stellt die Aufrichtigkeit dar.“

    Albert Camus, Die Pest

  • " Speiche und ich sind dann im Bahnhof spekulieren gegangen, haben aber nichts gefunden und in die Bahnhofskneipe wurden wir nicht hineingelassen. "

    Leicht gekürzt, sorry!;)

    Wat macht denn Speiche jetzt so? Hat noch jemand Kontakt?

    Ist er noch ab und an vor Ort?:nixweiss::/

    Ab und zu sehe ich ihn noch in der AF, an der Union-Tanke oder bei irgendwelchen Konzerten. Er wohnt nicht weit von mir entfernt im Friedrichshain.


    Scheiße - ich schrieb "Bahnhofskneipe" statt Mitropa - ist mir irgendwie nicht mehr so geläufig ).

  • " Speiche und ich sind dann im Bahnhof spekulieren gegangen, haben aber nichts gefunden und in die Bahnhofskneipe wurden wir nicht hineingelassen. "

    Leicht gekürzt, sorry!;)

    Wat macht denn Speiche jetzt so? Hat noch jemand Kontakt?

    Ist er noch ab und an vor Ort?:nixweiss::/

    Im Union-Podcast bei Radio Eins hat MC glaube ich 2x Speiche interviewt, davon einmal mehr in der EisernLounge.

    Pfeife nie die eigene Mannschaft aus.

    Gehe nie vor Abpfiff aus dem Stadion.

    Mache niemals einen aus dem Team zum Sündenbock.

    Heiserkeit ist der Muskelkater der Unioner.

  • Reklame: