Netzathleten

www.piratenpartei.de

  • Zitat: Dass die Piratenpartei sich von anderen Parteien unterscheidet, gilt auch für ihre Themenwahl: Die Ziele der Piratenpartei sind eng begrenzt. ...



    Was machen "wir Piraten" nun mit: Wirtschafts-/Steuer-/Finanz-/Arbeitsmarktpolitik, der Energie- samt Umwelt+ Klimafrage ... ?

  • Die Piraten sind fuer mich ein weiterer Beweiss dafuer, dass das links-liberale Spektrum es immer noch am besten schafft sich zu spalten. Waer ja auch schoen doof, wenn man ploetzlich mal wieder Regierungverantwortung haette. Wuerde ja beim Traeumen stoeren.
    Kann bei den meisten Themen der Piraten mitgehen, mir fehlt aber die wirtschaftliche Kompetenz und ausserdem finde ich die meisten Standpunkte der Piraten auch bei einer etwas erwachsenderen Partei. In Endkonsequenz werden die Piraten jedoch mit dafuer sorgen, dass die Gruenen weit hinter der FDP liegen werden und vielleicht sogar noch von der Linkspartei ueberholt wird.
    In dem "Qual der Wahl" Thread schrieb jemand etwas zum Thema Kompromisse in Koalitionen.
    Je breiter die Basis einer Partei, destso mehr Kompromisse werden schon vor einem Einzug in die Parlamente gemacht, destsoweniger muessen sie letztendlich in einer Regierungskoalition machen.
    Wer glaubt, dass die Piraten keine Kompromisse machen muessen, dass es ueberhaupt ohne Kompromisse im Leben oder in der Politik geht, hat keine Familie und keine Arbeit, wohnt allein im Wald oder ist die Auferstehung von Nicolae Ceauşescu.
    Warum schafft es immer nur die sogenannte rechte Mitte ihre Kraefte zu buendeln und die "Linke" spaltet sich immer mehr auf?
    Dadurch wird die "Linke" in Endkonsequenz soweit geschwaecht, dass sie nicht einmal mehr als starke Oposition ein Korrektiv der Regierungspolitik darstellen kann.
    Das eroeffnet der Regierung immer mehr Spielraum fuer undemokratische Entscheidungen bis es zu Diktatur aehnlichen Zustaenden kommt.
    Das ist z.B. eine Tendenz, die hier in Italien zu beobachten ist. Das Militaer darf inzwischen polizeiliche Aufgaben uebernehmen, der Ministerpraesident schreibt sich Gesetze, die ihm Mehrheiten sichern und andererseits vor Strafverfolgung schuetzt, die meisten nationalen TV Sender sind politisch nahezu gleichgeschaltet, etc. etc.
    Wenn die demokratische Linke sich einig waere haette Berlusconi hier in Italien keine Mehrheit.


    Aus diesen Beobachtungen schliesse ich, dass es besser sein wuerde entweder als ausserparlamentarischer Interessenverbund Einfluss zu nehmen, oder eine Plattform innerhalb einer Partei zu bilden und so zu versuchen politische Entscheidungen zu beeinflussen.

  • Die Piraten sehen sich mitnichten als irgendwas Linkes an. Hauptgrund für die Gründung der ersten Piratenpartei (nämlich Piratpartiet aus Schweden) waren die Bemühungen der Unterhaltungsindustriemafia Filesharing zu unterbinden. Um das zu verstehen muss man sich die Informationstechnische Infrastruktur Schwedens mal genauer anschauen.


    Schweden ist ein Land mit überaus geringer Populationsdichte es gibt viele kleine Dörfer die teilweise nur aus 2-3 Häusern bestehen. Dieser geringen Populationsdichte ist es geschuldet das die Schweden sehr viel früher als wir Highspeed Leitungen besaßen. Denn: angeschloßen ans Netz waren die meisten Haushalte so oder so. Im Gegenteil zu Deutschland wo in manchen Gemeinden mal locker 500-600 Haushalte auf einem Telefonkabel liegen sind es in Schweden dann nur 5-6 Haushalte. Das bedeutet das enorm viel Kapazitäten frei waren die man natürlich nicht ungenutzt lassen wollte (wieso auch?). Und so kam es das am Ende des letzten Jahrtausends die Schweden Leitungen verfügbar waren von denen wir sogar heute noch in Deutschland träumen können.


    Nun fragt man sich was man denn mit einer 20 Mbit Leitung im Jahre 1998 anfangen könnte, zum surfen wohl eher nicht, damals waren die Seiten noch für 33.3k Modems ausgelegt und dementsprechend schnell geladen. Zum Spielen von irgendwelchen Spielen konnte man die Leitungen hervorragend nutzen. Wen wunderts das Schweden dadurch eine der besten E-Sport Communitys besitzt die es gibt und bei Internationalen Vergleichen nur noch von Deutschland getoppt wird, jahrelang aber die Ranglisten dieser Vergleiche fast uneinholbar anführte.


    Und auch für andere Zwecke wurden diese Leitungen benutzt: dem Filesharing. Es wurde getauscht was das Zeug hällt. Anstatt wie früher mit einer Aufnahmebereiten Kassette stundenlang irgendwelche Radiosender abzuhören nur damit man mal das Lied erhällt was man will, ohne das da irgendnen blöder Moderator dazwischen quatscht bildeten sich recht schnell sogenannte Tauschbörsen. Jemand bot seine digitalisierte CD Kollektion feil und besorgte sich dafür das was er gerade hören wollte. Der Musikindustrie ist das natürlich ein tierischer Dorn im Auge gewesen, aber anders als bei den Kassettenaufnahmen hatte sie hier die Chance einzugreifen. Denn die Daten werden nicht willkürlich im Äther verstreut, wie bei einem Radiosender, sondern sie gelangen von A über C nach B. Und bei C konnte die Musikindustrie nachfragen was denn da so für Daten langwandern. Für OpenSource Software wurde übrigens anfangs kein Filesharing benutzt, dafür gab es Systeme wie CVS oder Subversion um die Entwicklung besser zentralisieren zu können. Erst mit dem Siegeszug von BitTorrent und den immer größer werdenen Datenvolumen hat sich die Gemeinde auch auf Filesharing eingestellt. Manch eine Entwicklerklitsche konnte sich einfach keine riesigen Serverfarmen leisten. Sourceforge war damals gnadenlos überlastet und nur zum Hosten von Entwicklungen geeignet, nicht jedoch zum arbeiten.


    Als C meinte, das Herrausgeben von Verbindungsdaten sei Illegal weil ja Telekommunikationsgesetze, Informationsfreiheit und Persönlichkeitsrechte schwerer wiegen als vermeintliche Urheberrechte bildete diese Industrie eine gewisse Lobby. Wilde Schadensmeldungen wurden in den Raum geworfen, absurde Zahlen die keine Grundlage besitzen, Milliardenschäden wurden suggeriert und alles nur durch Filesharing. Merkwürdige Studien wurden erstellt die beweisen sollten das jeder Filesharer kriminell ist. Neuerdings werden auch Studien erstellt wo 136 Leute mal eben auf 7.000.000 Leute gerundet werden...


    Diese Lobby war sehr erfolgreich, eine Tauschbörse nach der anderen wurde dicht gemacht. Einstweilige Verfügungen wurden quasi als Serienbrief verschickt, immense Schadensersatzfoderungen kamen auf.


    Diese gnadenlose Lobby gegen Filesharer hat in Schweden die Piratenpartei hervorgebracht. Man wollte sich verteidigen. Man wollte auf das Recht des Kulturellen Austausches pochen. So entsteht mitnichten der Musikindustrie ein Schaden durch Filesharing. Echte, empirisch durchgeführte Studien (unter anderem von der Harvard Universität) belegten das Filesharing sogar Verkäufe anrege. Denn Musik konnte auf einmal International verteilt werden. Und das schneller als jeder Postbote es schafft. Die Zeiten strenger nach Nationen sortierten Charts waren vorbei. Man musste nicht mehr früh morgens im Plattenladen zu sein nur um die Neuerscheinungen durchhören zu können. So kam der Gedanke der Piratenbewegung das die Musikindustrie in ihrer unsäglichen Profitgier gestoppt werden müsse. Die Piratenpartei hat es in Schweden dann auch tatsächlich ins Parlament geschafft. Der Piratenhype flaute ab. Das Antipirateriebüro hingegen arbeitete weiter und schrieb Klagen, etc und führte so zur Gründung des Pirateriebüros durch die Piratenpartei welches die Filesharer unterstützt bei diesen rechtlichen Auseinandersetzungen. (anti piratbyrån & piratbyrån)


    Zum Thema gibt es übrigens eine wunderbare Southpark Episode: Christian Rock Hard, Staffel 7 Episode 9.


    Den erneuten Piratenkult hat die Industrie sich selbstzuschreiben. Denn der Prozess gegen Pirate Bay, dem größten BitTorrent Portal der Welt anfang dieses Jahres hat einen regelrechten Hype entstehen lassen. Die Aktion von Frau von der Leyen, von der Unfähigkeit ihres Ministeriums abzulenken, war dann nochmal der Tropfen der das Fass zum Überlaufen brachte. Aber die wenigsten wissen überhaupt was die deutsche Piratenpartei ist.


    Die deutsche Variante der Piratenpartei wurde 2006 hier in Berlin, unweit des Alexanderplatzes in der abgestürzten Raumstation C-Base an der Jannowitzbrücke, gegründet. Warum wurde eine Partei gegründet und sich nicht einfach einer existierenden angeschloßen? Das Problem an Anschlüßen ist das man tatsächlich kompromissbereit sein muss. Man muss Abstriche machen um seine Ziele zu erreichen. Diese Abstriche wollte aber keiner der anwesenden Gründungsmitgleider machen. Man hatte klar definierte Ziele. Und von diesen Zielen kann man einfach nicht abrücken. Deswegen hat die Piratenpartei auch kaum Antworten auf andere Problemzonen wie Wirtschaft, Umwelt und co. Man ist sich seiner Minderheit bewusst und möchte sich voll und ganz auf das spezialisieren wo man tatsächlich Kompetenz zeigen kann. Wo es dem Rest der politischen Landschaft einfach fehlt. Und die Foderungen der Piratenpartei sind ja klar: Abschaffung des Hackerparagraphen §202c, Abschaffung der Vorratsdatenspeicherung, Abschaffung des unsäglichen Zugangserschwerungsgesetzes (und dem ersetzen eines besseren), uvm...


    Die Gründung dieser Partei war ungemein wichtig denn man muss Politikern ihre Unfähigkeit vor die Nase halten damit die sie begreifen. Hinterbänkler haben doch nirgends was zu sagen. Die Piratenpartei ist also in ihrer aktuellen Konstellation eine Trotzpartei, eine Ansammlung von Leuten die unzufrieden mit der technischen Kompetenz unserer Abgeordneten sind. Der Vorteil an diesen Leuten ist: da sie ihre Ziele nicht aus den Augen verlieren, weil se sich die jeden Tag aufs neue vor die Nase halten, ist sie einfach die aktuell glaubwürdigste Partei Deutschlands. Deswegen wurde die Partei gegründet. Damit die Ziele von jedem potentiellen Wähler klar verstanden werden und nicht im Klärschlamm irgendwelcher Wahlprogramme versinken an die sich sowieso nach der Wahl niemand mehr erinnert.


    Ich hoffe das klärt warum man die Piratenpartei zur Zeit auch keinem politischen Spektrum wie rechts, links oder mitte zuordnen kann. Dazu ist die Partei einfach noch zu jung, was wird, wird die Zukunft zeigen.

  • Mal ehrlich finde ich es eigentlich überhaupt nicht gut, daß eine politische Partei hier in unserem Fanforum versucht Wählerstimmen zu fangen und dafür sogar noch nen eigenen Thread hat....keine Ahnung weiß nicht was ich davon halten soll....Meine einzige und letzte Meinung zu diesen (Gehirn "Piraten") :abgelehnt:

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  • @ Zille,nüscht.


    nur scheinen mir die eine Alternative auf dem Wahlzettel zu sein um nicht die etablierten wählen zu müssen.
    Die Piraten in der Kommunalpolitik könnt ich mir schon vorstellen...


    ...schaffst es doch immer wieder, mich nicht wissen zu lassen, ob man ob soviel (sehr freundlich ausgedrückt: kindlicher Naivität) eher lachen oder heulen soll. Die (ganz dolle wenigen) Ziele dieser Partei beschrieb eisi weiter unten.


    Und du willst die im Kommunalen wählen (Bebauungspläne, Kitabeiträge und - öffnungszeiten, Friedhofssatzungen, Abfallgebühren, ÖPNV, Straßenbeleuchtung - ick höre uff!). Allet erklärte Kompetenzfelder der Piraten... :thumbsup:


    Um es kurz mit meinen Worten zu sagen: a) sehr gutes Posting von birger. Und auch mit seiner eher Links-Verortung dürfte er recht haben - gerade auch nach dem was eisi schrieb (den Musikindustriellen die Gewinne abspenstig machen in Schweden, hier in D sich für mehr individuelle Freiheiten Positionieren).
    b) dennoch: eine mir nicht ausreichend breit über für mich wichtige Politikfelder aufgestellte Partei ist für mich nicht wählbar - unabhängig davon, welche eng begrenzten Ziele/Inhalte ihr wichtig sind.

  • eisi


    Deine Gründungsgeschichte ist völlig richtig. Dass die Piratenpartei sich in Deutschland aber lediglich auf den Kamp gegen die Musikindustrie etc. verschrieben hat, ist völlig falsch. Viel mehr geht es um Bürgerrechte, Patente, Bildung und mehr (mitmach-)Demokratie. Politik soll wieder interessant werden und weg vom verstaubten Image.


    birger


    Auch für dich gibts auf der Seite die richtigen Infos. Ich denke, dass ein größerer Gedanke hinter der Partei steckt als nur die Dinge, die hier angesprochen wurden. Und ich denke übrigens nicht, dass die vorhandenen Parteien noch genügend Leute erreichen um repräsentativ zu sein. Zu eingefahren, zu lang geht das Spiel mit Versprechungen vor der Wahl und Einheitsbrei nach der Wahl.


    @alle


    Um zu diskutieren, muss man sich auch erstmal informieren. Ich denke, ne Grundlage finden wir hier:
    Themen der Piraten


    Und das kling insgesamt recht vernünftig würde ich sagen. Genauso klingen die Einwände, die hier genannt werden auch erstmal vernünftig, stimmen aber nicht immer. z.B. will sich die Piratenpartei anderen Themen nicht verwehren, sondern Kompetenzen sammeln und dann vernünftige Entschlüsse ins Programm aufnehmen.


    Warum hier jemand die Frage stellt, warum man in einem Forum (virtueller Platz zum Austausch und Archivierung von Gedanken und Meinungen.), Parteien nicht diskutieren darf, ist mir schleierhaft.Solange es im richtigen Bereich landet, ist das doch völlig in Ordnung.


  • Deine Gründungsgeschichte ist völlig richtig. Dass die Piratenpartei sich in Deutschland aber lediglich auf den Kamp gegen die Musikindustrie etc. verschrieben hat, ist völlig falsch. Viel mehr geht es um Bürgerrechte, Patente, Bildung und mehr (mitmach-)Demokratie. Politik soll wieder interessant werden und weg vom verstaubten Image.

    Tja, deswegen hab ich davon auch nix geschrieben... Denn hier in Deutschland gibt es ganz andere Probleme als in Schweden, was ich mit meiner Erklärung eigtl vorhatte zu verdeutlichen.

  • Mal ehrlich finde ich es eigentlich überhaupt nicht gut, daß eine politische Partei hier in unserem Fanforum versucht Wählerstimmen zu fangen und dafür sogar noch nen eigenen Thread hat....keine Ahnung weiß nicht was ich davon halten soll....Meine einzige und letzte Meinung zu diesen (Gehirn "Piraten") :abgelehnt:


    ähem, den Fred habe ich erzeugt. Bin weder Pirat, noch parteienidentisch oder gar vorgeschickt worden, Sportsfreund.


    Wir wollten über Inhalte der Piraten, auch über eventuell fehlende Inhalte diskutieren. Sie stehen auf Deinem Stimmzettel. Auch Du wirst (nur) alle 4 Jahre befragt. Wo ist Dein Beitrag? Keine Ahnung? Worauf gründet sich die einzige und letzte Meinung? Gibt es zu irgendetwas Zustimmung oder bist Du so'n Dagegen-Schildhalter, Neinsager, Demokratieverweigerer? Fragen über Fragen ...

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