Beiträge von RoterWedding

    Was ist da eigentlich los bei uns? Langsam bekommt man den Eindruck, die Possen um Bonucci, Isco, Gosens und Co, die vielen peinlichen Trainerwechsel und der allgemeine Trend zu schlechten Trennungen haben nachhaltigen Schaden hinterlassen, was unsere Reputation gegenüber Spielern angeht.


    Irgendwas stimmt da nicht - es kann doch keiner im Verein glauben, dass wir mit dem derzeitigen Kader, der faktisch seit nun vier Transferperioden konstant schwächer wird, die Klasse halten.

    Hinzukommt doch, dass der faktisch effizienteste Spieler der letzten Saison ohne adäquaten Ersatz kurz vor Toresschluss vom Hof geritten ist bzw. gejagt wurde.

    Jämmerlich.

    Und an der Trainerbox lächerlich.


    Mal sehen, wie lange der Alte sich das bieten lässt.


    Gänzlich lächerlich wäre es, wenn der Alte jetzt kalte Füße bekommt. Man wusste, auf was man sich mit Baumgart einlässt. Man wusste, auf was man sich mit Bo einlässt. Man wusste, auf was man sich mit Nenad einlässt. Man wusste, was man an Fischer hatte. Keiner davon hat - soweit Du, ich, wir das beurteilen können - anders agiert, als zu erwarten gewesen wäre. Kommen wir mit Baumgart nun erneut vom tiefen Regen in die tiefere Traufe, darf sich der Alte selbst hinterfragen.


    Fakt ist, dass seit Fischer kein Trainer die Mannschaft stabilisieren konnte. Fakt ist, dass im Bereich des sportlichen Managements Köpfe gerollt sind, Zuständigkeiten verschoben wurden, neues Personal gekommen ist. Die Transfers sind seit langem eine Katastrophe. Es geht sportlich rasant bergab. Auch unsere öffentliche Wahrnehmung leidet. Leistungsträger werden demontiert und nicht geschützt. Verantwortliche scheinen Prioritäten abseits des Rasens zu finden. Damit meine ich Ruhnert, der seit über 12 Monaten mit dem Bundestag kokettiert. Aber auch Zingler, dessen öffentliche Provokationen und Folklore möglicherweise davon ablenken sollen, dass das sportliche seit langer Zeit nicht gelingt und man auch im Bereich der Infrastruktur auf der Stelle tritt.


    Sorry, aber bevor man sich auf den nächsten Trainer einschießt, sollte man schon mal die Verantwortlichen in den Fokus nehmen. Da müssen sicher keine Köpfe rollen. Aber etwas Demut und Selbstkritik auf der Ebene täten Not.

    Gar nicht so verkehrt. Was passiert denn, wenn ein Spieler vom Mannschaftsarzt bei ausgeschöpftem Wechselkontingent und Rückstand nach Einsatz von Pyrotechnik einen schweren Schwindel und den Verdacht auf leichte Rauchvergiftung attestiert bekommt?


    Immerhin spricht der DFB selbst von einer „sehr großen Gefährlichkeit der Verwendung von extrem heißer Pyrotechnik und der gesundheitsschädlichen Rauchentwicklung“.


    Pyrotechnik ist nicht erlaubt, lässt sich eindeutig einem Fanlager und damit einem Verein zuordnen und die Selbstauskunft eines Opfers gepaart mit dem Befund eines Mannschaftsarztes scheint für die Sportgerichtsbarkeit eine über jeden Zweifel erhabene Faktenlage zu sein.

    Nichtsdestotrotz sollten wir es sportlich schaffen, den entstandenen Punktverlust auszugleichen. Als Zusatz darf Bochum sehr sehr gerne auch mit den beiden geschenkten Punkten sang- und klanglos absteigen. Und ganz ehrlich: Solange wir es selbst in der Hand haben, ist es mir mittlerweile völlig egal, ob Kiel, St. Pauli und Heidenheim durch das DFB-Urteil benachteiligt werden. Sollen die sich doch mit dem Drecksladen auseinandersetzen und Beschwerde einreichen.

    Mein Ärger dreht sich offengestanden weniger um unsere oder deren Punkte. Der unsportliche Zeitgeist stößt mich seit längerem ab - bspw. auch, wenn ein Hollerbach mal wieder den sterbenden Schwan mimt. Hier schwalbt aber nicht ein einzelner Spieler. Ein ganzer Verein versucht sich mittels einer dreisten Lüge einen Vorteil zu verschaffen und nutzt dabei die - wie ich finde grundsätzlich positive - Gutgläubigkeit des Systems aus. Es ist auch keine Handlung im Affekt, wie bei vielen Schwalben. Drewes selber hat seine ursprüngliche Entscheidung, weiterzumachen und sich dabei zu ärgern wie zig andere Spieler, denen sowas passiert, bewusst und mehrfach revidiert. Unterstützt von seinem Club.


    Machen wir uns nichts vor: Jeder, auch die Richter, wissen, was da gespielt wird. Hier wird aber die richtige Tendenz, dem Opfer glauben zu schenken, dreist missbraucht. Und das hat für mich eine Qualität, die über Tabellen und Punkte hinausgeht.

    Menno Igel es geht doch hier schon lange nicht mehr um die Sportlichkeit. Der Fussball den wir Altvorderen noch kennen und lieben gibt es nicht mehr.

    Wann gab es diesen Fußball denn? Als Schalke, Bielefeld und andere in den 70ern den Bundesligaskandal auslösten? Als der B.. zehnmal am Stück Meister wurde? Bitte die Vergangenheit nicht glorifizieren, schon immer und zu allen Zeiten gab es Beschiss.

    Das Glorifizieren der Vergangenheit ist zweifelsohne zur Unsitte geworden. Gleichwohl stellen Drewes und VfL Bochum in meinen Augen einen neuen Superlativ auf, was fehlenden Sportsgeist angeht.


    Der sterbende Schwan wird seit vielen Jahren von Profifußballern neu und in immer groteskeren Darbietungen inszeniert. Die Nummer, von der wir hier sprechen, ist aber wirklich neu. Ein ganzer Verein unterstützt das unsportliche Gebaren von Drewes. Und als sei das nicht genug, wird der Lügner noch als doppeltes Opfer dargestellt.


    Und versteht mich bitte nicht falsch: Er ist Opfer eines Feuerzeugwurfs geworden, der ein Skandal ist, der bestraft gehört. Wie das Ganze aber von Drewes und VfL zu einer sportlichen Frage verbogen wird, ist unanständig unsportlich.


    Wir reden hier von medizinischem Personal, Profifußballern und Funktionären, die allesamt einen offenkundig verlogenen Narativ stützen.

    Drewes, Passlack und die Bochumer sind es, die in den Spiegel schauen müssen.


    Auch wenn es richtig ist, dass wir das Urteil anfechten: Bleibt es dabei, ist es nicht gänzlich unverdient. Die Gegenstände flogen aus unserem Block.


    Unter'm Strich ein paar Argumente mehr, die gegen den Profifußball sprechen. Das Verhalten zu vieler Menschen auf und neben dem Platz wird immer unerträglicher.

    Gehen wir mal chronologisch durch:


    Drewes über 90 Minuten sehr unsportlich - dauerhaftes Zeitspiel.


    Der Schiedsrichter bestraft das viel zu spät und erst in der Nachspielzeit.


    Einige Menschen auf der Waldseite überschreiten jede Grenze und werfen Gegenstände auf den trotz gelber Karte weiter provozierenden Unsportsmann Drewes. Hoffentlich bekommen sie die Penner und hoffentlich gibt es entsprechende Maßnahmen von Verein, DFL und soweit möglich auch Staatsanwaltschaft. Eine Strafe gegen den Verein müssen wir wohl auch hinnehmen.


    Ein Feuerzeugwurf trifft den Unsportsmann tatsächlich leicht am Kopf. Nach einiger Zeit scheint der Unsportsmann dann zu merken, dass das eine tolle Option auf drei Punkte am Grünen Tisch ist. Ekelhaftes Schmierentheater von einem ekelhaft auftretenden Typen.


    Der VfL Bochum macht bei dem Schmierentheater noch mit, fördert es und bringt den Unsportsmann tatsächlich noch ins Krankenhaus. Das macht die Posse endgültig unappetitlich, denn es missbraucht das Gesundheitssystem und ist ein Hohn den Menschen gegenüber, die da arbeiten oder die wirklich in Not sind.


    Hoffentlich wird gegen den bzw. die Werfer aus unseren Reihen konsequent und mit aller möglichen Härte durchgefriffen. Dem VfL sei auf diesem Wege sportlich nur das Schlechteste gewünscht. Gleiches gilt für den Unsportsmann Drewes. Schön wäre auch, wenn Hecking, der bei der Posse gleich noch mitspielt, zum Karriereende einen Abstieg für die Geschichtsbücher erlebt.

    Exakt so hat Kowalczuk das in dem - in meinen Augen sehr fundiertem und differenziertem - TSP-Interview, in dem er Zinglers Aussagen kritisiert, dargelegt.



    Hauptsache, es gibt keinen Katzenjammer, wenn Zingler nach dem nächsten Investorenvorstoß erneut im Tschekistendress mit seinem Marx und Engels unterm Arm im gegnerischen Block karikiert wird.

    Es ging mir nicht um den Standpunkt.


    Ich finde schratig, dass er seinen Standpunkt über Ost-West, schiefe Sozialismus-Vergleiche und augenzwinkernde Tscheka-Hinweise interessant machen möchte.


    Seinen Standpunkt kennt man ja schon seit Jahren - teilweise teile ich die Ansichten, teilweise nicht. Aber die Mottenkiste, aus der sich er da rhetorisch bedient, ist in meinen Augen nicht zeitgemäß.

    Mein Eindruck ist, dass wir vor gut 10 Jahren in Verein und Umfeld schon deutlich weiter waren, was Ost-West angeht.


    Keine Ahnung, warum so viele Menschen, offensichtlich auch Zingler, an den ollen Kamellen wieder verstärkt Geschmack finden.


    Bemerkenswert auch, dass Zingler Parallelen zwischen Verein und Sozialismus sieht und es ihm zuletzt auch nicht zu blöde war, die Tschekisten zu bemühen.


    Aber solange er nur in der Berliner Zeitung den kultig-ostigen, etwas wirren Schrat gibt und den Verein in der Spur hält, ist das in Ordnung.

    Mich überrascht, dass Du das so ausdauernd in einem Fußballforum, im Faden von Kevin Behrens platzierst - ohne jeden Kontext.


    Würden die Menschen hier beim Thema bleiben und nicht jede Gelegenheit nutzen, um ihre individuelle, völlig unionfreie Agenda durchzudrücken, wäre das schön.

Reklame: