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Beiträge von Mittelalt-Unioner

    Warum auch immer wurde mein Account hier (trotz kommunizierten Wunsches) nicht gelöscht. Das möchte ich heute abend nutzen, um etwas zu den Vorkommnissen am Donnerstag bei unserem Spiel gegen Maccabi Haifa zu sagen.


    Als erstes möchte ich kurz darstellen, wie ich persönlich diesen Abend erlebt habe. Ausgangspunkt war das Steakhaus am Theodor-Heuss-Platz. Dort traf ich mich mit zwei Freunden und dem Vater eines dieser Freunde. Bereits dort fanden sich diverse Maccabi-Fans ein. Die Stimmung war friedlich und voller Vorfreude auf ein Fußballspiel, dass insbesondere für unseren Verein eine herausragende Bedeutung hatte. Jeder der unseren Verein seit langer Zeit begleitet und unterstützt wird diese Bedeutung einordnen und nachvollziehen können. Der spätere Weg zum Stadion war ein gemütlicher Spaziergang, bei dem ich nur Vorfreude auf dieses Spiel wahrnahm. Keine Anzeichen von Aggressionen, lachende und fröhliche Gesichter, lockerer und spaßiger Austausch mit fremden Mitspazierern.


    Nach den 90 Minuten im Stadion war ich völlig geflasht. Von der Stimmung unseres Anhangs, vom Anteil des Gästeblocks an diesem Fest, und natürlich nicht zuletzt vom sportlichen Ergebnis, dass ich nach unserem sportlichen Werdegang seit Anfang des Jahrtausends nicht hoch genug einschätzen kann.


    Die Vorkommnisse, die ich am nächsten Morgen in der "Presseschau" zur Kenntnis nahm, passten daher überhaupt nicht zu meinem persönlichen Erleben dieses Abends. Wenn diese Dinge so geschehen sind, dann sollten diese Menschen im Rahmen der existierenden Gesetze angeklagt und verurteilt werden. Und sollten sie Mitglieder unseres Vereins sein, sollten sie auch die strengst möglichen Restriktionen durch unseren Verein erfahren. Das ist für mich völlig unstrittig.


    Was für mich aber mindestens genauso unstrittig ist, ist die völlig deplatzierte Ausschlachtung dieser Vorkommnisse in der Presse. Von "Judenhass bei Union" bis hin zu "Vom geliebten Arbeiterklub zum Schmuddelkind mit rassistischen Fans" waren reihenweise unterirdischster Aufmacher und Überschriften in größeren deutschen Tageszeitungen zu lesen, bei denen ich mich frage, welches Bild sie einem unbeteiligten Leser vermitteln sollen? Vom Inhalt einiger Artikel ganz zu schweigen.

    Ich bin entsetzt darüber, was in diesem Land mittlerweile möglich ist.


    Über 99% der Stadionbesucher am Donnerstag haben für ein tolles und friedliches Fußballfest gesorgt, der Gäste-Anhang wurde mit tosendem Applaus empfangen und nachdem ein Großteil des Maccabi-Blocks (auch hier ergeben sich für mich deutlichste Fragen, nach den Vorkommnissen, die ja zu diesem Zeitpunkt polizeilich bekannt waren) nach dem Spiel auf die Nordseite des Stadions gelangten, mischte sich letztendlich alles friedlich und Grün-Weiße und Rot-Weiße verließen zusammen und ohne durch mich feststellbare Auseinandersetzungen einmütig und unter dem Eindruck eines tollen Stadionerlebnisses das Gelände.


    Rassistische Fans haben bei uns, wie bei allen Sport-Vereinen, nichts zu suchen.


    Mit hetzenden, verzerrenden, nicht einordnenden, diffarmierenden und jeglichen Berufsethos vergessenden Journalisten durchsetzte Medien haben aber genauso keine Legitimation zu erfahren. Und ich kann nur inständigst hoffen, dass sich Menschen dagegen genauso stark machen, wie zurecht gegen solche traurigen Vorkomnisse wie am vergangen Donnerstag.


    Das war's von meiner Seite auch schon wieder in diesem Forum, dessen Weg mich die letzte Zeit eigentlich auch nur noch schockiert.

    Urs hat sich verliebt in unser "Underdogrolle".

    Und er soll uns immer auch in diese Rolle wünschen, weil denn unser Gegner uns unterschätzen sollen.

    Aber das wird ein bisschen schwieriger, wenn man 5.er steht.....

    Auch Urs wird der restliche Spielplan der Hinrunde bekannt sein:


    Eintracht Frankfurt (H)

    Hertha BSC (A)

    Bayern München (H)

    VfB Stuttgart (A)

    Borussia Dortmund (H)

    Werder Bremen (A)

    VfL Wolfsburg (H)

    Bayer Leverkusen (H)

    RB Leipzig (A)


    Gerade unser restliches Heimprogramm klingt da schon gewaltig. Von daher glaube ich, dass Urs mit Blick auf dieses Restprogramm diesen momentanen 5.Platz schon richtig einordnet wenn er sagt, dass diese Platzierung momentan völlig unbedeutend ist. Dass kann sich bis zur Winterpause auch sehr schnell wieder etwas anders darstellen.

    Persönlich hoffe ich einfach, dass wir von größerem Verletzungspech in der nächsten Zeit verschont bleiben, augenblicklich fehlende Spieler wieder an das Team heran rücken und die Mannschaft möglichst viele Spiele bis zur Winterpause ihr gewachsenes Leistungsvermögen unter Beweis stellen kann.

    Allerdings wäre der Mannschaft bei diesem Restprogramm absolut kein Vorwurf zu machen, wenn die Punktausbeute aus diesen Spielen nicht so gigantisch ausfallen würde. Wichtiger erscheint mir, wie wir insgesamt auftreten und ob das dem nahe kommt, was die Mannschaft im Stande ist zu leisten.

    Um so besser, dass wir schon ganz gut gehamstert haben und daher ohne extremen Druck in die kommenden Aufgaben gehen können. Das sollte kein Nachteil sein.

    Jupp, gestern war für mich auch ein Spiel, in dem mir Andreas in mehreren Situationen zu zögerlich und linienbehaftet agiert hat. Mit seinen Körpermaßen wäre da gestern meiner Meinung nach das ein oder andere Mal ein wenig mehr Präsenz im Strafraumspiel gefordert gewesen.


    Beim Gegentor kann er aus meiner Sicht nicht viel machen. Der Freistoß von Duda war mit einer relativ flachen Flugkurve und vor allem viel Zug gespielt. Schwer für Andreas. Oder anders gesagt, eben auch einfach gut getreten von Duda. Der Fehler beim Gegentor liegt dann für mich eher in der Aktion von Robin vor der Entstehung des Freistoßes, als er den Ball da einfach nicht sauber geklärt bekommt. So sehr ich es richtig finde, auch von hinten heraus konstruktiv zu agieren - aber manchmal gibt es halt doch Situationen, wo es sich einfach empfiehlt, einen Ball auch einfach mal schnörkellos ins Seitenaus zu befördern. Robin befand sich da im Laufduell mit Drexler in einer Situation (mit dem Rücken zum Spielfeld), in der er die Konstellation auf dem Feld hinter sich und Drexler überhaupt nicht einschätzen konnte. Dementsprechend "blind" spielte er den Ball dann Wolf auch genau in die Füße und bescherte Marcus darüber hinaus die Gelbe.


    Aber gut, Fehler passieren und in Summe machen wir zuletzt meist weniger als der Gegner. Das bleibt halt auch festzuhalten.

    Mit welcher sportlichen Begründung sollte Andreas Luthe einem neu zum Team hinzugestoßenen Loris Karius beim nächsten Spiel weichen sollen?


    Wäre für mich persönlich 0,0% nachvollziehbar. Oder hat sich Andreas irgendeinen oder gar mehrere grobe Patzer geleistet?


    Andreas Luthe spielt das bisher völlig souverän und war in Gladbach mit seinen Paraden insbesondere in der ersten Hälfte ein Mitgarant des Auswärtspunkts.


    Mit welcher sportlichen Begründung sollte ein Loris also jetzt sofort im nächsten Spiel den Vorzug erhalten? Weil er der bessere Torhüter ist? Wo und wann hat er das zuletzt nachgewiesen? In den zwei von Oliver Ruhnert erwähnten Freundschaftsspielen, die er im letzten halben Jahr bestritten hat? Oder in der (aus seiner persönlichen sportlichen Sicht) äußerst durchwachsenen letztjährigen Hinrunde mit Besiktas?


    Worauf sollte die Berechtigung eines solchen Wechsels beruhen? Gegenüber Andreas Luthe, der in der letztjährigen Rückrunde ein wichtiger Baustein des Augsburger Nicht-Abstiegs gewesen ist und der auch bei uns unheimlich viel Ruhe und Erfahrung in seinen bisherigen Einsätzen ausgestrahlt hat, wäre das für mich aus sportlicher Sicht zum momentanen Zeitpunkt nicht zu rechtfertigen.

    Wobei mich schon interessieren würde, wer den Quatsch verzapft hat, dass Pohjanpalo mit 33 Treffern finnischer Torschützenkönig war - so steht es jedenfalls auf der Homepage.


    Es waren "nur" 11 Treffer. nicht schlecht für einen 17/18-jährigen. Ist eigentlich leicht zu recherchieren, deswegen wundert mich das. Hat sich unser Neuer etwa einen Scherz erlaubt...?

    Bei Wiki steht Saison 10-11, Klubi 04, 26 Spiele 33 Tore.

    Genannte Quote darf er diese Saison gerne bei uns bestätigen. :crazy:D

    Wo hat der Spieler Loris Karius in den letzten Wochen eigentlich einen Nachweis erbracht, der ihn dazu qualifiziert so mal eben als Stammtorhüter eines Bundesligisten „rein zu spazieren“. Wenn das Zitat "... ich muss spielen ..." so gefallen ist, dann wäre das für mich ein Ausdruck von Größenwahn.

    Wie dem auch sei, der hat sich gefälligst sportlich mit der momentanen Nummer 1 Andreas Luthe auseinanderzusetzen. Freifahrtscheine sollten beim 1.FC Union Berlin tabu sein. Wie kann man auch nur auf den Gedanken kommen, Karius ohne jegliche Spielpraxis einem bislang tadellosen Torhüter vorzuziehen.

    Sollte es im Vorfeld irgendwelche Absprachen in Richtung absolute NR. 1 gegeben haben, dann wäre das in meinen Augen höchst unschön. Ich bin immer noch Romantiker und wünsche mir einen fairen Wettkampf um den Platz im Tor oder so eine klare Nummer 2, dass sportliche Diskussionen gar nicht aufkommen. Das sehe ich aber bei Luthe/Karius nicht so.

    Ich werde das interessiert beobachten, auch wie der ausgeliehene Liverpool-Torwart sich hier integriert.

    Hat Urs schon mitgeteilt, dass Loris am Freitag im Tor steht? Ansonsten sollte man vielleicht einfach mal abwarten. Aus Loris Sicht buche ich das mal unter dem Thema "klappern gehört zum Geschäft" ab. Und lieber so, als die Aussage, dass er sich gerne und bereitwillig auf die Bank bei uns setzt.

    Die Verpflichtung eines zweiten bundesligatauglichen Torwarts finde ich nachvollziehbar. Alles andere entscheidet der Trainer. Hoffe ich doch.

    Das der Junge am Ball nichts kann, halte ich gelinde gesagt für ein Gerücht. Seit seinem 9.Lebensjahr spielte Sheraldo durchgängig bis in den Männerbereich bei Ajax. Von der U16 bis in die U20 durchgängig in allen holländischen Nachwuchsnationalmannschaften.

    Man ist in der dortigen Fußballausbildung für einiges bekannt. Nur nicht dafür, jahrelang irgendwelche Leichtatlethen mit durchzuschleppen. Das wäre also mit hundertprozentiger Sicherheit nicht der Fall gewesen, wenn er am Ball nichts könnte.

    Warum er sein Vermögen, dass er bei ADO Den Haag zumindestens öfter angedeutet hat, bei uns nun so gar nicht auf den Platz bekommt und auch, richtigerweise festgestellt, oft unglücklich in seinen Aktionen wirkt, ist eine berechtigte Frage.

    Er ist übrigens ja auch nicht der erste Holländer, der sich scheinbar mit der Art "gearbeitetem" und "durchdiszipliniertem" Fußball, für den eben auch Urs steht (und das meine ich nicht negativ) einfach nicht recht anfreunden kann.

    "Scheinbar" schreibe ich deshalb, weil es, in Kenntnis der holländischen Fußballmentalität, lediglich eine persönliche Vermutung von mir ist.

    Vor einem Jahr sprach Urs vor unserer ersten Bundesliga-Saison darüber, dass wir schnell "adaptieren" müssten. Diese Aufgabe hat sich nach meiner Auffassung ein Jahr später nicht geändert. Der Abgang von Sebastian Andersson ist sicherlich ein schwerwiegender Verlust. War unser Spiel doch sehr auf seine Stärken zugeschnitten und profitierte enorm von seinen Qualitäten in der Ballbehauptung bei langen Bällen. Dadurch war unser Spiel jedoch auch recht eindimensional und damit relativ leicht ausrechenbar. Daher sehe ich eher die Chance in Sebastians Abgang, unser Spiel in Zukunft variabler zu gestalten/gestalten zu müssen. Das ist eine Umstellung, die wiederum einen Lernprozess der gesamten Mannschaft erfordert und eben auch neue Anforderungen/Herausforderungen für den einzelnen Spieler stellt. Auch dieser Prozess wird eine gewisse Zeit brauchen.


    Deshalb bin ich nach Ansicht der Bilder auf AFTV ehrlich gesagt überhaupt nicht so unzufrieden. Die Statistiken unterlegen dabei den optischen Eindruck, dass wir in vielen Bereichen Augsburg überlegen waren. In einer entscheidenden Frage jedoch nicht - im Erzielen/bzw. Verhindern von Toren.

    Wir stehen also vor der sicherlich schwierigen Aufgabe, offensiv zwingender werden zu müssen, ohne unsere defensive Stabilität zu verlieren. Gestern ist uns das unter dem Strich nicht gelungen. Weder das eine, noch das andere. Zu unserem Nachteil war Augsburg gestern fast gnadenlos effektiv und hat seine Möglichkeiten rigoros genutzt.


    Dann sollte man vielleicht auch sehen, dass nach dem Versuch mit Cedric letzte Woche in der Spitze, der gestrige Versuch mit Marcus nicht viel erfolgreicher war (was ich beiden absolut nicht persönlich negativ ankreiden möchte). Man merkt, dass Urs in dieser Frage auch noch auf der Suche nach Funktionalität ist und dass diese Suche noch nicht abgeschlossen ist. Auch das frühe Ausscheiden von Christian war gestern eher abträglich. Eine Zentrale bestehend aus Sebastian, Robert und Grischa weist zwar viel solide Zweikampfstärke auf, Kreativität dafür verständlicherweise eher weniger. Ein spielerisches Zauberwerk ist da ehrlich gesagt schlichtweg nicht erwartbar. Und wie wir dafür in der zweiten Hälfte bis zum absolut verdienten Ausgleich gespielt haben, fand ich in jeder Hinsicht akzeptabel. Dass die Mannschaft dann gestern im Rückblick vielleicht diesen Punkt hätte konsequenter versuchen müssen zu sichern und sich mit diesem vielleicht eben hätte zufriedengeben müssen, kann man sicherlich im Nachhinein so feststellen, kann und will ich ihr aber überhaupt nicht vorwerfen. Sie hatte den Hunger, das Spiel gewinnen zu wollen, hat dabei die Balance gestern leider etwas verloren und Augsburg noch zwei relativ einfache Tore gestattet.


    Aber die Mannschaft ist willig, die Mannschaft wird lernen und es werden sich Lösungen finden, sowohl unser Spiel betreffend, als auch personell und positionsbezogen. Deshalb war das gestern ganz weit davon entfernt, dass ich den Glauben daran verlieren könnte, dass uns ein Reifeprozess wie in der letztjährigen Saison nicht wieder gelingen sollte. Sebastian Andersson ist weg, definitiv. Also hilft nur eins, in die Zukunft zu blicken ohne ihn und unser Spiel dementsprechend einer Veränderung zu unterziehen und weiter zu entwickeln.

    zweiblaueinrot & Unionfux


    Natürlich ist hier die aktuelle Situation bei Schalke mit zu berücksichtigen. Ein Verein, bei dem man die letzten Jahre ja immer noch dachte, man gehöre schon alleine vom Namen und der Tradition her zum Konzert der "Großen" dazu. Das hat dazu geführt, dass man immer wieder Geld in den Kader gesteckt hat, dass man eigentlich nicht hatte. Dieses Risiko hätte man nur durch sportlichen Erfolg und damit den Zugriff auf die großen Fleischtöpfe deckeln können. Das ist nicht gelungen und hinterlässt einen Verein, der mehr und mehr im Sumpf seines eigenen desaströsen ökonomischen Handelns in den vergangenen Jahren versinkt.

    Aber da frage ich mich eben schon, welche wirksamen Kontrollmechanismen es gibt, um zu verhindern, dass einige wenige Personen in ihrem Größenwahn einen solchen Verein quasi zu Grunde richten. Was das für die sozial eh schon stark gebeutelte Region und viele Menschen, für die Schalke noch einer der großen ansässigen Arbeitgeber dort war/ist, bedeutet, ist kaum zu ermessen.

    Und da stelle ich dann eben schon fest, dass es systemimmanent ist, dass erstens die sportliche Schere durch die völlig irrwitzige Verteilung der Gelder, die dieses System generiert, in einem immer gewaltigeren Ausmaße auseinander geht und das es eben möglich ist, das Menschen, in dem wahnwitzigen Versuch diese Schere über das Eingehen riesiger Verbindlichkeiten zu überwinden, namenhafte und für Regionen bedeutende Vereine quasi ruinieren.

    Und hatte man verbandsseitig nicht versprochen, genau diese, für mich eben "kranken" und sich mehr und mehr verschärfenden Entwicklungen (auch dies ist systemimmanent), zu überdenken und ihnen durch geeignete Regulierungen entgegenzuwirken. Nichts.

    Stattdessen macht man genauso weiter und übergeht den Wunsch vieler Fußballfans, die diese Entwicklungen in dieser Form nicht mehr möchten.