Netzathleten

Beiträge von Svenne

    Welcher von uns ausgebildete Spieler ist denn in den letzten Jahren zurückgekommen nachdem man ihn direkt aus dem Nachwuchs heraus zu einem anderen Verein geschickt hat? Im Regelfall verlierst du einen Spieler durch solch eine Aktion. Es gibt Spätentwickler, die uns jetzt zu einfach verloren gehen. Union hat im Nachwuchs aber eigentlich immer genau auf solche Spieler (viel fußballerisches Potenzial, aber biologisch etwas zurück oder schmächtig und damit im großen Netz des bundesweiten Scoutings zunächst unauffällig) gesetzt. Und genau da ist ein Bruch in der Logik, wenn man sich mal mit unserer Ausbildungsphilosophie beschäftigt.


    Zudem ist es unwahrscheinlich, dass man sich bei Union Fürstenwalde zu einem Zweitligaspieler entwickelt. Allein das Niveau im Training ist doch ein ganz Anderes.


    Wir können den Spielern keine Perspektive aufzeigen. Ein Opfermann-Arcones bleibt vielleicht im Verein. Aber er wird nicht spielen.


    Als wir die U23 hatten, konnten sich A-Jugendliche bereits frühzeitig im Männerbereich ausprobieren. Das fehlt jetzt komplett. Da hilft kein Baltic Sea Cup (wo die Gegner fast ausschließlich U19 Spieler aufgestellt haben) und auch keine Testspiele gegen Männer-Teams (wo in der eigenen Mannschaft keine Männer spielen).


    Das große Ganze scheint bis heute nicht zu Ende gedacht. Und mittlerweile flüchten leider auch wichtige Trainer. Ob im F- oder A-Jugendbereich. Höchst alarmierend.

    Die Frage stellt sich schon für was wir eigentlich ausbilden, wenn wir einen der technisch besten Fußballer im U19-Kader einfach so vor dem Übergang in den Männerbereich ziehen lassen. Potenzial war da ja nun unübersehbar. Was ist das für eine Message an die anderen Jugendfußballer bei uns im NLZ?


    Die Nachwirkungen nach Abmeldung der U23 werden immer verstörender. Wir finden scheinbar keine Lösung Toptalente, die den Sprung nicht sofort packen, im Verein zu halten.

    Das nicht ganz kurze Banner "Unioner kniet nieder... " seinerzeit im BTSV-Block vergesse ich trotzdem nicht.

    Dennoch: Alles Gute Christoph!(war als Jugendspieler auch noch hier im Forum angemeldet)

    Ente, also dass du nun gar keine Interessenkonflikte erkennen kannst, muss dann schon überraschen.


    Die meisten Protagonisten aus Präsidium und Aufsichtsrat kennen sich aus dem Wirtschaftsrat bzw. haben sie sich ja 2004 zusammen getan, weil sie sich auch vorher schon kannten. In den Anfängen Zingler, Koch, Lesching und Hinze. Fischer kam später hinzu und ist heute Wirtschaftsratsvorsitzender. In diesem sind diese Personen bis heute als Sponsoren des Vereins vertreten. Sie sehen sich also auch außerhalb der Gremien. Das ist nicht weiter schlimm, aber eben schon ein Netzwerk und die Unabhängigkeit ist insofern nicht wirklich gegeben. Koch ist immerhin der AR-Vorsitzende. In der Stadion AG wiederum kontrolliert man sich quasi selbst, indem Zingler den AR-Vorsitz hat. Zudem haben Zingler und Hinze in den Nullerjahren Darlehen dem Vernehmen nach gegeben bzw. gebürgt. Insofern dürften sie bis heute auch Gläubiger des Vereins sein. Weit hinter Kölmel vermutlich die beiden Hauptgläubiger des Vereins, was die langfristigen Verbindlichkeiten angeht.


    Mir ist klar, dass dieses WR-Netzwerk den Grundstein für die wirtschaftliche Konsolidierung und den sportlichen Aufstieg gelegt hat. Das ist diesen Personen alles nicht hoch genug anzurechnen und letztlich ein Glücksfall, dass es so gekommen ist. Nur dass die Gremien unabhängig und ohne Interessenkonflikte aufgestellt sind, kann man nun nicht sagen. Solange es läuft - wie bisher ist das unkritisch. In einer (wirtschaftlichen) Krise hat das Nachteile.

    Desweiteren sollte man bei aller "Köstlichkeit" sich soweit hinterfragen, wieso auch Mittelalt-Unioner eben keine Antwort bekommt. Schon gar nicht von den Leuten die mit dem Finger auf mich zeigen.

    Nimm es doch positiv einfach als Outcome deiner Diskussion, dass genau diese Fragen von Mittelalt-Unioner eben nicht von uns als Außenstehenden beantwortet werden können, da diese Vertragsdetails nie veröffentlicht wurden. Diese Fragen hätte er so vor 5 Tagen sicherlich noch nicht gestellt.

    Du kannst dich auf der anderen Seite hinterfragen, wie du dem Verein etwas vorwerfen kannst, ohne diese Vertragsinhalte (die Antwort auf die Fragen) zu kennen.

    http://www.kicker.de/news/fuss…steigerungspotenzial.html


    Mit 30 Spielern - 28 Profis plus die beiden Nachwuchsakteure Maurice Opfermann (18, Mittelfeld) und Leo Oppermann (17, Tor) - plant Union nach Jerez aufzubrechen, Stand Mittwochnachmittag.


    Obwohl junger Torwart und junger Feldspieler, die Namen haben Verwechslungspotential...

    Du kannst Maurice der Einfachheit halber auch mit vollem Namen ansprechen, um die Verwechslungsgefahr zu bannen:


    Maurice Miguel Noel Opfermann-Arcones 😉

    Nur 300 EUR hat der Sieger L47 beim Regio Cup erhalten. Ich kann mich erinnern, dass wir für den Sieg 1995 beim Vorgängerturnier in der Sömmeringhalle 5000 DM erhalten haben. Das war damals schon eine tolle Summe. So ändern sich die Zeiten...

    Überhaupt erinnere ich mich gern an die Turniere dort. Was da 1994 z.B. los war, als wir nach 1:2 Rückstand in wenigen Sekunden das Spiel gegen Türkiyem noch zum 3:2 Sieg drehten... Tumulte ohne Ende..und Pagelsdorf spielte auch noch mit. Und traf sogar im Finale. Sowas kommt nie wieder.


    Sorry für Offtopic😉 aber mit 25 Jahren Abstand ist es schon geil das zu lesen:

    https://www.berliner-zeitung.d…-union-gegen-fcb-16994912

    Und eben weil wie du sagst Kölmel nachgewiesen hat, das er uns immer wieder entgegen kam, damit wir uns entwickeln konnten: die vergangenen Jahre wurde der Betrag immer Größer den diese 13,75% TV-Rechte ausmachten.

    Da es ein relativer Betrag ist, lässt er uns trotzdem genug Luft zum atmen. 2 Mio. € hätten uns vor 20 Jahren in den Ruin getrieben. Heute macht dieser ärgerliche Aufwandsposten ca. 4 bis 5% des Haushalts aus. Bei geplanten 47 Mio. € Aufwand in 18/19.


    In den nächsten Jahren kommen da also Summen dabei raus, die den Verein in seiner Entwicklung gehörig hemmen werden.

    Siehe mein letzter Satz im Beitrag zuvor. Er bekommt nur etwas, wenn wir leben. Wenn es uns nachhaltig hemmt, ist das langfristig auch für ihn nachteilig.


    Daher wäre es eben das Schlauste man macht jetzt einen Deal mit Kölmel, bevor wir hier über 3-4Mio im Jahr reden auf die man verzichtet ohne Einigung zu haben.

    Wir haben es verstanden veritas.


    Wenn du genau hinschaust, ist das Szenario sich sofort von dieser TV-Abgabe trennen zu können sehr unwahrscheinlich, selbst wenn du den Exit von Kölmel noch heute vertraglich fixieren würdest.


    Fortuna Düsseldorf hat den Deal 2013 beendet und zahlt noch bis 2023 die vollen 15% TV-Abgabe. On top kommen 7,5 Mio. € Rückkaufwert, die teils in Raten abbezahlt werden. Ursprünglich verlangte Kölmel in Jahr 2023 on top sogar 15 Mio. € [Quelle].


    Eintracht Braunschweig hat 2016 den Exit-Deal vereinbart und muss sogar bis 2032 weiterhin TV-Abgaben zahlen, allerdings wohl zu besseren Konditionen [Quelle].


    Warum der Dresden-Deal verhältnismäßig billig über die Bühne ging, lässt schon aufhorchen. [Quelle] Hier ist in der Tat anzunehmen, dass der TV-Deal an das Darlehen direkt gekoppelt wurde. Insofern ist die vertragliche Basis bei Dresden mit Sicherheit eine andere gewesen als in Braunschweig oder Düsseldorf.


    Nun kennen wir unsere Vertragsinhalte nicht. Und man sollte da jetzt auch nicht mal eben vom Positivbeispiel Dresden ausgehen. Laut einer Aussage von bunki [Quelle] hier im Forum hat man sich ja unter Bertram die Marketing-Rechte zurückgekauft und die 13,75% wurden in diesem Zuge als "Kaufpreis" ausgehandelt. Ob das stimmt, weiß ich nicht. Unwahrscheinlich ist das in Zeiten klammer Kassen (denken wir an die Eisern-Card 2003) nicht. Und insofern klingt es auch eher nicht danach, dass die TV-Anteile an das ursprüngliche Darlehen gekoppelt sind. Was dann 2005 alles neu geregelt wurde, wissen wir allerdings auch nicht.


    In jedem Fall wird man unseren Vertrag weder mit Düsseldorf und Dresden einfach so übereinander legen können. Und wir sind meines Wissens der wohlgemerkt größte Schuldnerverein im Kölmel-Portfolio. Und einer der wenigen Vereine, die wohlwollend einen Großteil (10 Mio. €) übrigens zinslos überlassen bekommen haben. Entsprechend ist auch die Ausgangslage der Vertragsparteien nicht identisch mit anderen Vereinen.


    Wie auch immer unsere Ausgangslage ist. Ja, wir haben Fragen. Und wir können die bei der nächsten MV stellen. Insofern ist es doch gut, dass du veritas das Thema allen nochmal in Erinnerung gerufen hast. Ist doch in Ordnung. Man kann es dann aber auch dabei belassen, denke ich. ;)

    Ich möchte überhaupt nichts entkräften. Auch ich würde mich gern gleich heute von Herrn Kölmel verabschieden. Und niemand sagt, dass die Diskussion unsinnig ist. Nur erzählst du jetzt zum wirklich vierzigsten Mal dasselbe. Eine Diskussion lebt davon, dass du andere Argumente aufnimmst und für dich verarbeitest. Allein deine kurzen Antwortzeiten lassen vermuten, dass du die Meinung anderer User unzureichend reflektierst. Es ist ehrenwert, was du hier machst, aber auch mir ist nicht mehr klar, wohin das jetzt noch führen soll. Es kommt einfach keine neue Message mehr von dir rüber.


    Du kannst es hoch- und runter rechnen. Auch du hast noch keinen seriös durchführbaren Vorschlag gemacht, wie man in Anbetracht unserer Situation (formal überschuldet) und ohne uns einen neuen Investor zu unterwerfen aus dieser Nummer heraus kommt. Dass Mitglieder einen sieben- oder gar achtstelligen Betrag dafür zusammen sammeln, halte ich persönlich für abwegig. Es ist genauso abwegig, dass der Verein sich darüber keine Gedanken macht, wenn man jetzt 2 Mio. € ohne Gegenwert an Herrn Kölmel überweist. Meinst du echt das geht DZ und Co. Nicht an die Nieren?


    Kölmel wird uns kaum vor 2025 aus der Nummer raus lassen. Ansonsten kann ich mich nur nochmal wiederholen. Wenn wir wirklich in die Situation kommen, wir sind da jetzt mittendrin, dass wir durch die stetigen Zahlungen anfangen an Konkurrenzfähigkeit zu verlieren, dann muss auch der Kaufmann Kölmel allein deshalb handeln, weil dann seine zukünftigen TV-Anteile durch geringeren sportlichen Erfolg dauerhaft geschmälert werden. Auch er hat dann ein Interesse eine andere Regelung zu finden. Und dass er ein Anliegen hat den Verein nicht substanziell zu belasten, hat er in der Vergangenheit nachgewiesen.

    Tom78


    Wenn die Schulden höher sind als das Vermögen, spricht man im Allgemeinen von Überschuldung. Das ist bei uns wie gesagt trotz des Darlehens mit Rangrücktritt gegeben.


    Insolvenzrechtlich sind wir natürlich - sicherlich meinst du das - nicht überschuldet, denn sonst müssten wir Insolvenz anmelden (Überschuldung ist neben Zahlungsunfähigkeit ein Insolvenzgrund). Der Grund warum wir nicht Insolvenz anmelden müssen, ist die nachweisbar positive Fortführungsprognose des Vereins.

    Nur so viel. Es gab Verträge mit der Sportwelt. Die ging später mit der Kinowelt in Insolvenz. Wir haben 2005 einen neuen Grundlagenvertrag mit der MK Medien unterschrieben. Und diese Vereinbarung ist der Basisvertrag.


    Eine Kopplung von Rechten mit Fremdkapital ist nicht so üblich. Ich würde erst einmal von dem Fall Fortuna Düsseldorf ausgehen, da es nie einer anderslautende Info gab.


    Aber ja, es ergeben sich Fragen. Am Ende glaube ich nicht, dass Union Vertragsinhalte auf Nachfrage veröffentlichen wird. Das macht es für uns als Mitglied natürlich nicht einfacher, klar.

    Wenn ich lese das Kölmel sich laut dir hinsetzt und eine fiktive Summe aufruft für die TV-Rechte und was es ihm wert wäre und du hier mit 12Mio jonglierst scheint es eben NICHT - auch dir nicht klar zu sein in welcher Situation wir uns befinden.


    Kölmel hat sich für sein Darlehen bei jedem Verein die Rechte zugesichert. Und die Beispiele Dresden und Dusseldoof zeigen Darlehen zurück bezahlen = wieder alle TV-Rechte. Kölmel kann sich also nicht hinsetzen und sagen: ich will die und die Summe für die TV-Rechte. Vielmehr ist es so das er die TV-Rechte solange hält, wie wir bei ihm in der Kreide stehen. Das heißt 8,7Mio aus dem Rangrücktritt + das was von den 5Mio noch übrig ist. Also eher was um die 10Mio. Laut dir käme der Rückkauf der Rechte ja noch auf das Darlehen obendrauf. Dem ist aber nicht so. Darlehen ausbezahlen und man hat dir Rechte wieder.


    Natürlich ist es nicht einfach das Mal eben abzulösen. Dennoch kostet uns das Ganze mehr je länger es dauert und am Ende wird man sich eventuell in den Arsch beißen das nicht eher ausgelöst zu haben. 2Mio die im Budget jährlich dadurch fehlen ist kein Pappenstiel. Und andere könnten uns dadurch schnell überholen. Muss nicht sein, kann aber, wenn jährlich Mio-Beträge einfach in den Wind geschossen werden.

    Es wurde seitens des Vereins nie davon gesprochen, dass der TV-Deal an das Darlehen gekoppelt ist. Du bist eher in der Bringschuld solche Behauptungen zu beweisen. Aber da auch du die Verträge nicht kennst, wäre ich vorsichtiger.


    Wenn du dich mit dem Fall Fortuna Düsseldorf beschäftigt, wirst du sehen, dass der Rückkaufwert on top kam. Hier wurden in 2013 7,5 Mio. € on top zur Tilgung des Darlehens vereinbart. Es ist davon auszugehen, dass die Verträge mit uns ähnlich verhandelt wurden.


    Ich habe auch habe nicht "jongliert", sondern es Dir mit seriösen Prämissen vorgerechnet, wie hoch so ein Marktwert sein können. Ich habe in meinem Arbeitsleben mit solchen Themen zu tun. Genau so werden Bewertungen durchgeführt.


    Ansonsten habe ich bzgl. der Fananleihe, die hier zwischenzeitlich aufkam, von Fremdkapital gesprochen und bzgl. deines Mitgliedervorschlags explizit von Eigenkapital. Lesen!

    Veritas, verstehe mich nicht falsch. Deine Frage ist ja berechtigt. Aber nach dem 25. Beitrag hat glaube nun auch der Letzte verstanden, dass es schön wäre mit Kölmel einen Exit-Deal zu machen. Klar wäre das toll, nur ist es eben auch wie immer auf dieser Welt sehr komplex. Und die Frage ist schon berechtigt für wie doof man den Verein hier hält. Es ist schwer vorstellbar, dass DZ die Deals der anderen Vereine mit Kölmel entgangen sind. Wir sind einfach in keiner guten Verhandlungsposition und das Niveau unserer Darlehen ist noch einmal um einiges höher. Da ist es naiv zu glauben, dass Kölmel uns da jetzt auf die Schnelle ein Sonderangebot macht. Und nur weil nichts nach außen dringt, heißt nicht, dass der Verein sich damit nicht beschäftigt. Ich bin bezogen auf die Finanzen ja auch oft kritisch, aber in diesem Zusammenhang glaube ich eher nicht, dass der Verein unsere Beratung benötigt.


    Man kann so eine Diskussion auch nicht führen ohne sich mit der gesamtwirtschaftlichen Situation des Vereins zu beschäftigen. Wir leiden bis heute unter den in den 90ern aufgehäuften Altlasten. Der Verein ist immernoch - auch ohne den Anteil der mit Rangrücktritt versehenen Verbindlichkeiten - millionenschwer überschuldet. Das passiert immer dann, wenn man mehr Schulden (Verbindlichkeiten) als Vermögen (Bilanzsumme) hat. Deshalb weisen wir auch ein negatives Eigenkapital aus (nicht durch das Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag). Und es gibt eine DFL-Auflage mindestens 5% p.a. vom negativen EK zu reduzieren. Das kann man nicht negieren. In den letzten Jahren hat der Verein bzw. der „Konzern“ Union stets eine schwarze null geschrieben. Es wird schon schwer sein die 360 TEUR pro Jahr liquiditätstechnisch überhaupt aufzubringen, da eine Schuldentilgung ja kein Teil des Haushalts ist (kein GuV, sondern reiner Bilanzvorgang). Für Sonderzahlungen fehlen eigentlich die liquiden Mittel, wenn man eins und eins zusammen zählt.


    Der Preis für eine Ablösung dieses Kölmel-TV-Vertrags wird bei steigenden TV-Geldern im Fußball Business und einem prosperierenden Verein, der weiter wächst, sehr hoch sein. Genau das ist das Problem. Am Ende ist die Ermittlung des Rückkaufwertes der TV-Anteile eine Barwertberechnung: Wie hoch ist der Wert der zukünftigen anteiligen TV-Einnahmen auf den heutigen Zeitpunkt abgezinst? Wenn ich Kölmel wäre, wäre mir das Minimum 12 Mio. € wert (Nettobarwert für 10 Jahre bei aktuell ca. 2 Mio. € Zahlung per annum bei einem sehr hoch angesetzten Kapitalkostensatz von 10%). 12 Mio. € wäre also schon eher niedrig angesetzt, da hohe Abzinsung und Ansatz, dass die TV-Gelder im Zeitablauf ggü. heute nicht steigen. Auf der anderen Seite könnte der Verein wie Aachen natürlich auch langfristig in der 4. Liga versinken. Wie hier schon erwähnt, wäre diese Summe unabhängig von den bestehenden Schulden on top zu leisten.


    Union kann einen solchen Betrag nicht fremdfinanzieren, da dann die Überschuldung steigen würde. Auch eine Fananleihe ist Fremdkapital und würde die Schulden wieder erhöhen. Mit der Konsequenz, dass wir die Lizenz nicht erhalten. Erst recht in Zeiten, wo man eine Stadionfinanzierung vorbereitet, wäre es auch unklug die Eigenkapitalquote weiter zu senken, denn das wiederum führt zu einem höheren Kreditzins mit dem Bankenkonsortium. Usw. und sofort. Und Eigenkapital in diesen Größenordnungen werden auch die Mitglieder nicht durch eine Sammelaktion aufbringen können. Und es wäre in Zeiten von Zweitliga-Gehältern, die an der Mio.-Grenze kratzen auch kein vermittelbarer Weg. Der Verein ist ja durch den Vertrag nicht substanziell gefährdet wie in 1998 oder 2004.


    Das ist die Gemengelage mit der man sich auseinandersetzen muss.


    Kölmel hat sich bisher immer fair verhalten und so sollten wir auch weiter mit ihm umgehen. Ja, wir sind ihm auch moralisch etwas schuldig (1998 Tilgung Altlasten und Konkursabwendung, 2004 Schließung der Zahlungslücke für die Liquiditätsreserve, 2010 weitere teilweise Stundung der damals fälligen 5 Mio. €). Zu einem Deal gehört auch, sich also mal in seine Lage zu versetzen und nicht so respektlos über ihn zu sprechen. Mal abgesehen davon, dass er am längeren Hebel sitzt. Ich glaube er wird zu einem fairen Deal ansprechbar sein. Und mit dem Argument, dass der Verein dauerhaft an Konkurrenzfähigkeit verliert, wenn man diesen TV-Deal nicht langfristig storniert, sollte Kölmel eigentlich zu überzeugen sein.

    Zu deinem letzten Punkt. Hier hast du mich missverstanden Bzw. Habe ich mich vielleicht nicht klar genug ausgedrückt. Gemeint war, dass der Verein ggü. den Mitgliedern keine Bilanzen veröffentlicht. Natürlich muss er Bilanz und GuV erstellen. Nur wir sehen sie eben nicht. Das war mein Punkt.


    Als Verein muss der Abschluss auch nicht dem Bundesanzeiger gemeldet werden. Im Gegensatz zur Stadion AG.

    In den letzen 5 Jahren wurden ca. 6 Millionen des Kredites an Kölmel abbezahlt. ( von 14.5 auf 8.7).

    Falsch. Nochmal, das Delta von 8,7 M€ bezieht sich nur auf das mit Rangrücktritt unterlegte Darlehen. Das ist ein Punkt den auch der Großteil der Medien (in der Regel schreiben Sportjournalisten darüber) noch nicht verstanden hat.

    Ich finde es gut das Thema anzusprechen. Nicht gut finde ich die Art und Weise, wie es von veritas vorgetragen wurde. Das ist inhaltlich Stückwerk und auch falsch, sowie für meine Begriffe mit zu viel Emotionen beschrieben.


    Man sollte das Thema sachlich und mit Respekt gegenüber Herrn Kölmel angehen. Ohne fundierte BWL- und HGB-Kenntnisse sollte man hier vielleicht auch etwas vorsichtiger sein.


    Ich kenne die Verträge und Bilanzen unseres Vereins auch nicht im Detail. Aber ich kann mir ein grobes Bild machen. Basis ist die Vereinbarung aus 2010. Hier wurde klar geregelt, dass


    1) 5 Mio. € zwischen 2010 und 2025 zu bestimmten Konditionen getilgt werden und

    2) Dass weitere 10 Mio. € bis 2025 mit dauerhaftem Rangrücktritt versehen bleiben.


    zu 1) In den MVs wird hierzu nicht konkret Bericht erstattet. Hier hält sich der Verein recht bedeckt. Auf Nachfrage hat DZ vor 2 Jahren sich einmal die Summe von einer jährlichen Rate von 360 TEUR entlocken lassen. Vom Standardfall ausgehend, dass es sich hier um eine Rate im Zuge eines Annuitätendarlehens handelt, beinhaltet dieser Wert auch einen Zinsanteil. Der jährliche Tilgungsanteil ist also niedriger. Bei einem Annuitätendarlehen ist der Zinsanteil zu Beginn sehr hoch, der Tilgungsanteil niedrig. Bis zum Ende der Laufzeit in 2025 kehrt sich dies um. Der Tilgungsanteil steigt also jährlich. Den Medien war auch zu entnehmen, dass in 2025 hier noch einmal eine Schlussrate fällig wird. Aktuell schätze ich, dass wir ca. 2 Mio. € bereits getilgt haben. Entsprechend also noch ca. 3 Mio. € bis 2025 zu tilgen sind (inkl. Schlussrate). Hinzu kommen also noch entsprechende Zinsen von 2018 bis 2025. Der Kredit-Zinssatz der Vereinbarung, der die vermeintliche Schlussrate rechnerisch determinieren würde, wurde nie veröffentlicht.


    zu 2) Nur dieser Anteil ist theoretisch aus den MV-Zahlen ableitbar, da hier stets ein um den Rangrücktritt bereinigtes Eigenkapital (EK) angegeben wird. Per 30.06.2018 wurde ein EK von -11,48 Mio. € und ein bereingtes EK von -2,77 Mio. € angegeben. Die Differenz beträgt 8,71 Mio. €. Ob dies bedeutet, dass wir bereits ca. 1,3 Mio. € vorfristig zu den eigentlich bis 2025 "eingefrorenen" 10 Mio. € abgelöst haben (z.B. durch zwischenzeitlich entstandene Gewinne), entzieht sich meiner Kenntnis.


    Wichtig: Das EK wird deshalb bereinigt gezeigt, da ein mit Rangrücktritt versehenes Darlehen formal Eigenkapital-ersetzenden Charakter aufweist. Die unter 1) bestehende Verbindlichkeit von 5 Mio. € ist keinesfalls mit Rangrücktritt versehen und dementsprechend auch auf keinen Fall in diesem bereinigten Anteil enthalten.


    Der Verein veröffentlicht keine Bilanz, schon gar keine Konzernbilanz. Insofern ist es immer etwas unbefriedigend, aber grundsätzlich hat sich heute in 2019 ggü. dem Abkommen in 2010 nichts Gravierendes geändert.


    Grundsätzlich: Für Michael Kölmel war das Investments in Fußballclubs Ende der 90er pures Venture Capital (Risikokapital). Ein solches Format basiert auf Streuung, wie es heute Venture Capital Geber z.B. in Start-Ups praktizieren. Es ist von vornherein klar, dass am Ende nur eine niedrige Quote "zum Fliegen" gebracht wird, aber in Summe erwirtschaften gute Venture-Capital-Geber dann eben durch ihre wenigen Gewinner trotzdem eine positive Rendite.


    Nun ist Union genau so ein "Gewinner" für Kölmel. That's business. Obwohl ich vermute, dass er trotz der TV-Einnahmenregelung i.H.v. 13,75% in Summe gerade einmal sein damals investiertes Cash zurück bekommen hat. Und das ohne Zinsen! Was nicht heißt, dass man mit ihm bezüglich einer "Abfindung" zu diesem Deal ins Gespräch gehen darf. Fortuna Düsseldorf hat dies dem Vernehmen nach ja erfolgreich durchgeführt.


    Trotzdem lieber veritas, mach Dir doch mal bitte den Spaß und errechne einmal wie ein Investment von allein 10 Mio. € sich bei einer damals gängigen Anlagezins von 2% über einen Zeitraum von 2000 bis 2025 entwickelt. Da reden wir dann also noch nicht über die ebenfalls bis 2010 gestundeten 5 Mio. €. Ich glaube, es gibt schon Gründe Herrn Kölmel Respekt zu zollen. Und in irgendeiner Form auch dankbar zu sein. Aber dies tut wohl jeder, der die Zeit damals um 97 und 98 rum live miterlebt hat.