Netzathleten

Wir werden ewig leben

  • Heimspieltag, kurz vor Anpfiff. Wumme dreht die Regler auf und alle Unioner im Stadion An der Alten Försterei singen unsere Hymne. Eigentlich wird jede Zeile voller Inbrunst laut mitgesungen, aber eine Textzeile wird von den Fans so laut herausgebrüllt, dass man sie noch am S-Bahnhof Berlin-Köpenick hören kann: „Wir werden ewig leben!“ Genau dieser Satz steht für unseren Verein, für die Verbundenheit von Verein und Fans. Union konnte es in der Vergangenheit noch so dreckig gehen, Lizenzentzug, Insolvenzantrag, wenn man will, geht es immer weiter. Genau dafür steht dieser Satz, der jetzt auch den Buchdeckel eines sehr lesenswerten Buches von Christoph Biermann ziert: Wir werden ewig leben. Es soll keine Werbung für dieses Buch sein, ich habe Herrn Biermann noch nie in meinem Leben gesehen. Aber dieses etwas andere Buch ist für mich so faszinierend, dass es sich für jeden eingefleischten Unioner lohnt, es mal zu lesen und vielleicht auch hier im Forum darüber querzudenken. Gerne mache ich dazu den Anfang und möchte eine kleine Passage aus diesem Buch zitieren: „Um die subtile Systemkritik der Union-Fans zu illustrieren, wurde gerne vom Sprechchor >Die Mauer muss weg< erzählt, wenn die eigene Mannschaft einen Freistoß bekam und die gegnerischen Spieler eine Mauer aufstellten.“ Ich erinnere mich genau an diese Sprechchöre aus unserem Block. Zum ersten Mal hab ich diesen versteckten politischen Spruch glaube ich in den 70-er Jahren im damaligen Stadion der Weltjugend beim Stadtderby 1.FC Union gegen B*C Dynamo gehört. Das ehemalig Walter-Ulbricht-Stadion (Zickenwiese) lag nur ein paar hundert Meter entfernt von der damaligen Grenze zwischen Ostberlin und Westberlin und wir skandierten diesen Spruch nicht nur dem Gegner auf dem Platz, der eine Freistoßmauer stellte, sondern auch dem politischen Gegner, der für den Bau der unmenschlichen Mauer verantwortlich war, die nicht nur unsere Stadt Berlin, sondern unser ganzes Landes geteilt hat. Der zweideutige Ruf: „Die Mauer muss weg“ wurde dann auch bei anderen DDR-Oberliga-Spielen aus dem Unionblock skandiert, wenn wir einen Freistoß in Nähe des gegnerischen Strafraumes zugesprochen bekamen und die gegnerische Mannschaft eine Freistoßmauer gestellt hat. Heute liegt auf dem Gelände des ehemaligen Stadion der Weltjugend das Gelände der BND-Zentrale. Das Stadion gerät immer mehr in Vergessenheit, der Spruch „Die Mauer muss weg“ bleibt jedoch unvergessen.

  • Vielen Dank an alle für den heutigen Abend im Stadion und vorallem Christoph Biermann. Sehr gelungene Veranstaltung und man ist geneigt euch zu raten das Buch nicht im Zeughaus zu kaufen. Amazon aber bitte auch nicht.


    Aber Platz 20 ist der Bestsellerliste ist schon mal mehr als beachtlich nach einer Woche.

    5.2:11


    2:1-09-2014


    27.05.2019


    Ich spreche fließend ironisch und das mit sarkastischem Akzent.


    Bitte nicht knuddeln, ich habe Liebkose-Intoleranz



  • Vielen Dank an alle für den heutigen Abend im Stadion und vorallem Christoph Biermann. Sehr gelungene Veranstaltung und man ist geneigt euch zu raten das Buch nicht im Zeughaus zu kaufen. Amazon aber bitte auch nicht.


    Aber Platz 20 ist der Bestsellerliste ist schon mal mehr als beachtlich nach einer Woche.

    Warum nicht im Zeughaus kaufen?

  • Vielen Dank an alle für den heutigen Abend im Stadion und vorallem Christoph Biermann. Sehr gelungene Veranstaltung und man ist geneigt euch zu raten das Buch nicht im Zeughaus zu kaufen. Amazon aber bitte auch nicht.


    Aber Platz 20 ist der Bestsellerliste ist schon mal mehr als beachtlich nach einer Woche.

    Warum nicht im Zeughaus kaufen?

    die dortigen verkäufe zählen nicht in die bestsellerliste mit hinein. komischerweise.

  • Andererseits sollte beim Kauf im Zeughaus mehr Kohle beim Verein bleiben. Wer weiß?


    Ich fand es jedenfalls angenehm mal für 10min den jeweiligen Menschen kennenzulernen und muß sagen, der Urs hat Humor und scheint ein toller Mensch zu sein.

    Und Trimbo ist ein Tier nach der Tortour heute nacht (Abflug in Rumänien 1:30 Umsteigen in Klln um 6:00). Zeigt aber seine professionelle Einstellung.


    Mich hat ja gewundert das alles ins Buch kam, was Biermann hatte und er keine weiteren Notizen hat(te). Mir kam es auch nicht wie 400 Seiten vor.

    5.2:11


    2:1-09-2014


    27.05.2019


    Ich spreche fließend ironisch und das mit sarkastischem Akzent.


    Bitte nicht knuddeln, ich habe Liebkose-Intoleranz



  • Reklame:
  • eines von christoph biermanns erzählten gefiel mir auch richtig gut. das quasi gegenüberstellen der gefühle von uns auf den rängen und den spielern auf dem rasen. gerade auch bezugnehmend auf das sehr emotionale reli rückspiel gegen stuttgart mit den gerade zum schluss ziemlich unkontrollierten emotionen auf den rängen, meinte er sinngemäß folgendes. dass es für uns fans ein enorm geiles gefühl ist, wenn die mannschaft unten auf dem rasen uns so glücklich macht, dass wir dann eben solche wahnsinnigen (positiven) emotionen zeigen. und andererseits eben, wie glücklich und geil sich doch auch die spieler unten auf dem rasen fühlen müssen, wenn sie wissen, dass ihre leistung/ihr einsatz die fans dazu bringen kann, so dermaßen emotional außer rand und band sein zu können. meist wird ja vorrangig gesehen, wie glücklich und emotional es den fans in solchen situationen geht. die seite der spieler wird oft gar nicht so sehr beobachtet. wie erfüllend solche augenblicke für die sein müssen/sind. wie stolz sie sich dabei fühlen, sowas auslösen zu können.

    fand ick jut jeschildert.

  • Ich habe gerade das Buch von Christoph Biermann über Union ausgelesen und finde eigentlich, es hätte hier einen eigenen Thread verdient, mag mir aber nicht so recht anmaßen, den zu erstellen....

    EDIT: Aha, es gibt also doch schon einen Thread, danke fürs Verschieben :-)


    Der Autor hat nicht nur eine wunderbar plastische und unaffektierte Schreibe, er ist auch als Typ offensichtlich so sympathisch und aufrichtig, dass er für ein ganzes Jahr ein Bestandteil von Union sein durfte und offensichtlich nicht als Fremdkörper wahrgenommen wurde.


    Dabei nimmt er kein Blatt vor den Mund und übt auch Kritik - das aber auf eine sehr verständnisvolle Art, die immer auch das Gesamtbild des Menschen zeichnet und ihn nicht vorführt oder bloß stellt.


    Polti und Gieke sind tolle Beispiele dafür, wie man (ich) es als Fußballfan schaffen kann, die Lanze über einen Menschen zu brechen, den man quasi so gar nicht kennt.


    Ich habe mich während der Lektüre des Buches wegen meiner abfälligen Gedanken zu den Beiden geschämt und werde in Zukunft versuchen, so einen Scheiß zu lassen.


    Das Buch schafft es, mich als Fan enger mit dem Team verbunden zu fühlen, weil es mich näher an die Menschen heran holt, die Union vertreten.


    Ich mag das Wort "Pflichtlektüre" nicht, weil Geschmäcker natürlich verschieden sind aber dieses Buch ist schon ein außergewöhnliches Juwel für einen Union Fan.

  • Reklame: